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MV aktuell Forsa-Studie: Arbeitslosigkeit bleibt das Hauptproblem in MV
Nachrichten MV aktuell Forsa-Studie: Arbeitslosigkeit bleibt das Hauptproblem in MV
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00:00 01.04.2014
Schwerin

25 Jahre nach der Wiedervereinigung brennt den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Sorge um Job und Verdienst unvermindert auf den Nägeln. Zwei von drei Bürgern (60 Prozent) nennen die Lage am Arbeitsmarkt als Hauptproblem im Land. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, die der OZ exklusiv vorliegt. Die Meinungsforscher haben im Februar 1500 Wahlberechtigte in Land befragt.

Auch das anhaltend niedrige Lohnniveau treibt die Menschen um. 13 Prozent erklären, dass ihnen zu niedrig empfundene Löhne und Gehälter die größten Sorgen machen. Im Nordosten erhalten zurzeit 46 831 Arbeitnehmer als „Aufstocker“ zusätzlich Geld vom Staat. Sieben Prozent der Befragten klagen über eine generell schlechte ökonomische Lage, sechs Prozent fühlen sich von Armut bedroht. 18 Prozent zeigen sich über die anhaltende Abwanderung junger Menschen besorgt. Nur 32 Prozent bezeichnen ihre wirtschaftliche Situation als gut, 52 Prozent dagegen als weniger gut oder sogar als schlecht (15 Prozent).

Diese Ergebnisse decken sich mit denen einer Umfrage des Meinungsforschungsservices Dukath im Auftrag der OZ. Danach stufen mehr als 83 Prozent der Befragten das Problem „Arbeitslosigkeit“ als „sehr wichtig“ ein. Es folgen „Soziales“ (66 Prozent), „Rechtsextremismus und Ausländerhass“ (60 Prozent) und „Kriminalität“ (53 Prozent). Mehrfachnennungen waren bei beiden Studien möglich.

Laut Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr befindet sich der Arbeitsmarkt in Schieflage. Dem Fachkräftemangel und freien Ausbildungsstellen stehe eine stagnierend hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen und Ausbildungsabbrechern gegenüber. „Es war falsch, in einer solchen Situation die aktive Arbeitsmarktpolitik zurückzufahren“, so Suhr. Linksfraktionschef Helmut Holter wirft der Landesregierung vor, sich fast ausschließlich auf den demografischen Wandel zu verlassen. Bei der Bekämpfung des Niedriglohnsektors habe die Regierung versagt. Das Land müsse raus aus dem Lohnkeller — mit einem gesetzlichen Mindestlohn „ohne Wenn und Aber“.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) muss zugeben, dass sich eine bessere Statistik bei neu geschaffenen Jobs nicht zwangsläufig in der Wahrnehmung der Menschen widerspiegelt. Er wolle die Situation verbessern. Allein 2014 fördere sein Haus Wirtschaftsinvestitionen mit 255,7 Millionen Euro. Auch Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) räumt dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit „erste Priorität“ ein.

Und es gibt Hoffnung: Ein Drittel (33 Prozent) der von Forsa Befragten rechnet künftig mit einer Verbesserung der eigenen Lage. Nur 18 Prozent sagen, es werde ihnen schlechter gehen.



Jörg Köpke

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