Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Fragwürdige Anreize für Feuerwehrleute
Nachrichten MV aktuell Fragwürdige Anreize für Feuerwehrleute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 17.10.2017
Rostock/Lubmin

Die freiwilligen Feuerwehren in MV stehen vor einer ungewissen Zukunft. Können sie bald noch überall rechtzeitig ausrücken? Hunderte Aktive fehlen ihnen.

Die Gemeinden müssen investieren – in Ausrüstung und Image.Hannes Möller Vorsitzender des Landesfeuerwehr- verbandes MV Quelle: Foto: Norbert Fellechner

Grund dafür ist der demografische Wandel. Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes MV, sieht manchenorts eine Mitschuld bei Gemeinden. Die würden das Thema vernachlässigen oder falsch angehen.

Einige Feuerwehren im Land sehen die Lösung der Nachwuchssorgen darin, den Feuerwehrleuten pro Einsatz eine Pauschale zu zahlen – das sogenannte Stiefelgeld. Für Hannes Möller ist das der falsche Weg. Denn Engagement sollte aus Überzeugung heraus kommen. Er gibt zudem zu bedenken, dass Geldzahlungen zu Problemen mit der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie führen könnten. Bewegen sich einige Wehren im Land in einer rechtlichen Grauzone? Zwar gebe es noch keine abschließende Position der EU, sagt Verbandschef Möller, aber „man muss damit rechnen, dass das hochkocht“. Stattdessen müssten die Gemeinden investieren, fordert Hannes Möller – aber in Ausrüstung und Image. Angesichts teils schlechter Außenwirkung einiger Wehren im Land sei für ihn nicht verwunderlich, dass es dort an Nachwuchs fehle. Und in den Gemeindevertretungen habe das Problem oftmals „nicht den Stellenwert“, kritisiert der Verbandschef.

Nur etwa zehn Minuten sollten die Feuerwehren bis zum Einsatzort brauchen. Reichen die Kräfte nicht aus, müssen umliegende Wehren unterstützen. Die haben aber einen längeren Anfahrtsweg. „Manchmal kann es länger dauern. Aber nicht zu lange“, betont Möller. Noch reichen die Kräfte.

Ein Stiefelgeld gibt es in Sanitz (Landkreis Rostock) nicht. „Wir fragen neue Leute, ob sie die Bereitschaft haben, in die Feuerwehr einzutreten“, erklärt Ralf Höring, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde. Will heißen: Neue Mitarbeiter sollen gleichzeitig Feuerwehrleute werden. „Arbeit im öffentlichen Dienst ist ein Privileg. Ich finde das gerechtfertigt“, sagt Höring. Viele Rechte brächten auch Pflichten mit sich. Neben der Sicherung des Nachwuchses gibt es einen weiteren Vorteil: Die Kräfte sind tagsüber im Ort – anders als viele andere Gemeindemitglieder, die woanders arbeiten. „Der richtige Weg“, findet Möller.

Kritik gibt es von Verdi-Nord. Sprecher Frank Schischefsky sagt, pauschal gehe das „auf keinen Fall. Was ist mit Menschen, die das körperlich nicht leisten können?“ Auch könnten Bewerber nicht berücksichtigt werden, die zum Beispiel aus familiären Gründen keinen freiwilligen Dienst leisten könnten. „Wir lehnen das ab.“

Thomas Piehl, Rostocker Anwalt für Arbeitsrecht, hält so ein Vorgehen für „mehr als fragwürdig“. Eine Vereinsmitgliedschaft sei keine Qualifikation und könne somit auch kein Einstellungskriterium sein. Solche Entscheidungen seien im Einzelfall zu prüfen.

Philip Schülermann

. Im Landtag gibt es Überlegungen für einen neuen Umgang mit der AfD. Grund ist ein vermuteter Rechtsruck der AfD-Fraktion nach der Abspaltung von vier Abgeordneten, ...

17.10.2017

. Die Wertschätzung der Landesregierung für Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern lässt nach Worten des Landesvorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung ...

17.10.2017

1056 Studierende der Universität Greifswald haben sich für eine Urabstimmung über den Namenspatron Ernst Moritz Arndt (1769-1860) ausgesprochen.

17.10.2017