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MV aktuell Frauen im Land kämpfen für mehr Gleichberechtigung
Nachrichten MV aktuell Frauen im Land kämpfen für mehr Gleichberechtigung
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12:35 07.03.2018

Anlässlich des morgigen Weltfrauentages fordern Frauen aus MV deutliche Fortschritte in punkto Gleichstellung. Die ist zwar im Grundgesetz verankert, spiegelt sich in der Wirklichkeit aber kaum wider: Teilzeitarbeit, Geringverdienst und Altersarmut treffen überwiegend Frauen. Chefetagen, Parlamente und Uni-Lehrstühle sind meist männlich besetzt. Seit Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren hätten Frauen viel erreicht, sie dürften aber nicht nachlassen, für Gleichberechtigung zu kämpfen, appelliert Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Frauen und Männer, die sich für eine faire und soziale Gesellschaft einsetzen, würden jedoch zunehmend aus rechtspopulistischen Kreisen angefeindet. „Wir alle müssen deutlich machen:

Gleichberechtigung ist eine Sache der Demokratie.“

Schwesig ist die erste Frau an der Spitze der Landesregierung. Der Landtag ist überwiegend männlich: Von 71 Abgeordneten sind 53 Männer. Auf kommunalpolitischer Ebene liegt der Frauenanteil bei knapp 20 Prozent. Die Linke fordert eine Frauenquote von 50 Prozent für die Parlamente, will dafür die Wahlgesetze ändern. Das sei verfassungsrechtlich unzulässig und ein falsches Signal, meint Klaus-Michael Glaser, Referent des Städte- und Gemeindetages. Stattdessen müssten politische Ehrenämter für Frauen attraktiver werden. Wenn die Gemeinderatssitzung später beginne, könnten auch Mütter von Kleinkindern daran teilnehmen. Zudem sollten Sitzungen weder stundenlang dauern noch ergebnislos enden. „Frauen mit vielen Verpflichtungen wollen ihre freie Zeit nicht mit Rechthabereien verschwenden.“

Häufiger als in der Politik machen Frauen in der Wirtschaft Karriere. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nehmen sie in MV öfter Top-Positionen ein (rund 26 Prozent der Chefs sind weiblich). Das liege an der Wirtschaftsstruktur, sagt Sven Müller, Geschäftsführer des Arbeitgeber-Dachverbands VUMV. MV sei geprägt von Kleinbetrieben. In denen sei der Frauenanteil generell höher als in Konzernen. Von Frauenquoten für Vorstände und Aufsichtsräte hält Müller nichts. Es sei Aufgabe der Gesellschaft, „tradierte Familien- und Rollenbilder zu überwinden und Frauen auf ihren Karrierewegen zu unterstützen“. So müsse das Angebot an Kinderbetreuung so verbessert werden, dass Mütter auf Wunsch Vollzeit arbeiten könnten.

Lohngerechtigkeit fordert Ulrike Bartel, Vorsitzende des Landesfrauenrates. In MV verdienten Frauen rund acht Prozent weniger als Männer bei gleichwertiger Arbeit. Damit einher gehe eine gravierende Rentenlücke. Alleinstehende Frauen hätten im Alter kaum genug, um über die Runden zu kommen.

Der Antrieb, vehement für Gleichstellung zu kämpfen, sei in MV ungebrochen, sagt Andrea Moder, Landesbezirksfrauensekretärin bei Verdi. „Der Schwung ist nicht verloren gegangen, sondern angewachsen.“

Wie es um Gleichstellung in Handwerk, Medizin und Bildung bestellt ist, lesen Sie auf Seite 6

Antje Bernstein

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