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Frauen in der Politik: Große Unterschiede zwischen den Parteien

Schwerin Frauen in der Politik: Große Unterschiede zwischen den Parteien

Bei FDP und AfD gibt es deutlich weniger weibliche Bewerber um die Sitze im neuen Schweriner Landtag

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Claudia Kajatin, Vorsitzende des Landesfrauenrates in Mecklenburg-Vorpommern

Quelle: C. Kettler

Schwerin. . Frauen sind in Mecklenburg-Vorpommerns Politik unterrepräsentiert. Von den 71 Abgeordneten des aktuellen Landtags sind 51 Männer und 20 Frauen.

Auch das nächste Landesparlament, das am 4. September gewählt wird, schafft es aller Voraussicht nach nicht, den Bevölkerungsanteil der Frauen von gut der Hälfte widerzuspiegeln. Das ist anhand der Kandidatenlisten bereits abzusehen.

Bei der CDU, die in der jüngsten Wahlumfrage von infratest dimap mit 25 Prozent vorn lag, sind von den ersten 20 Kandidaten auf der Landesliste nur fünf weiblich. „Es ist ein Bohren dicker Bretter“, sagte die Vorsitzende der Frauenunion in der Landes-CDU, Karina Jens. Die Situation werde langsam besser. Erstmals sei es gelungen, von den ersten zehn Plätzen auf der Liste jeden dritten mit einer Frau zu besetzen.

Vor fünf Jahren seien nur zwei an Kandidatinnen gegangen. Allerdings sei es auch nicht leicht, ausreichend Kandidatinnen zu finden. Viele fühlten sich aus familiären Gründen nicht in der Lage, tagelang in Schwerin zu sein sowie Abend- und Wochenendtermine zu absolvieren.

Mit „wachen Augen“ schaue sie auf Linke und Grüne, die schon seit Jahren ein strenge Quote zur gleichmäßigen Berücksichtigung von Frauen und Männern auf ihren Listen haben. Die Geschlechter müssen stets im Wechsel platziert werden. Bei den Grünen muss es um der Geschlechtergerechtigkeit willen sogar zwei Spitzenkandidaten geben. Zur bevorstehenden Landtagswahl sind das Silke Gajek und Jürgen Suhr.

Die SPD hat sich eine Quote von 40 Prozent Frauen auf der Landesliste vorgegeben, wie Landesgeschäftsführer Marcus Unbenannt sagte. Diese werde auch erfüllt: Von den ersten 20 Plätzen sind neun an Frauen vergeben. Bei anderen Parteien sieht es aus weiblicher Sicht deutlich düsterer aus: Die FDP, die nach fünfjähriger Abwesenheit ins Parlament zurück will, präsentiert zwar eine Spitzenkandidatin, doch dann folgen auf der 18-köpfigen Liste nur Männer. Bei der AfD, die in der Wahlumfrage auf 19 Prozent kam, steht die erste Frau auf Platz 16.

Der Landesfrauenrat hat die Wahlprogramme der Parteien auf Fragen der Geschlechtergerechtigkeit hin analysiert und teils erhebliche Unterschiede festgestellt, wie Geschäftsführerin Claudia Kajatin sagte. „SPD, Linke, Bündnis 90/Die Grünen und FDP widmen der Gleichstellung in ihren Wahlprogrammen einen eigenen Abschnitt“, lobte sie. Um eine geschlechtergerechte Sprache bemühten sich viele, jedoch die FDP verwende fast nur männliche Bezeichnungen. Grüne und Linke verlangten als einzige Parteien ein Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Mecklenburg-Vorpommern, was sich mit den Vorstellungen des Landesfrauenrates decke. Lücken in Sachen Gleichstellungspolitik sah Kajatin im CDU-Programm. Absolut unzufrieden zeigte sie sich mit der AfD. Ziele wie die Abschaffung der Gleichstellungsbeauftragten oder des Gender Mainstreaming (Beachtung der Gleichstellung bei allen Entscheidungen) zeugten von einem rückwärtsgewandten Frauenbild dieser Partei.

OZ-Forum zur Wahl mit den Spitzenkandidaten

Die Spitzenkandidaten der Parteien, die Aussicht auf den Einzug in den neuen Landtag von Mecklenburg-Vorpommern haben, diskutieren bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung am 10. August um 19 Uhr im OZ-Medienhaus (Richard-Wagner- Straße 1a, 18055 Rostock).

Der Eintritt ist zu dem Forum frei.

Den Fragen der OZ-Journalisten und des Publikums stellen sich

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Helmut Holter (Linke), Jürgen Suhr (Grüne), Cécile Bonnet-Weid-

hofer (FDP), Leif-Erik Holm (AfD)

und Norbert Schumacher (Freier

Horizont).

mehr zur Landtagswahl unter: www.ostsee-zeitung.de

Iris Leithold

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