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MV aktuell Freier Horizont will in Parlamente
Nachrichten MV aktuell Freier Horizont will in Parlamente
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00:00 21.02.2017
Rostock

Der Freie Horizont hadert mit seinem Ruf als Anti-Windkraftpartei. Seit einem Jahr stellt Parteichef Norbert Schumacher klar, dass es der Partei nicht um die Ablehnung von Windkraft geht. Ihr Anliegen sei die Landesentwicklung. „Wir wollen Gestalter sein, keine Verhinderer“, macht Schumacher deutlich. Windkraftkritiker – das kann er gelten lassen.

Aber ohne Windparks und ihre wachsende Ablehnung in Regionen wie Altentreptow (Seenplatte) mit einer hohen Windrad-Dichte würde es die Partei nicht geben. Schumacher, der eine Tierarztpraxis in Neubrandenburg betreibt, engagiert sich seit 20 Jahren in der Stadtvertretung von Penzlin. Er sei vorher nie Mitglied einer Partei gewesen, so der 57-Jährige.

„Politik aus Notwehr“ ist seine Devise.

Vor einem Jahr schlossen sich Kritiker des Windkraftausbaus erstmals in Deutschland zu einer Partei zusammen. In dem von Windrädern umringten Städtchen Altentreptow gründeten 32 Männer und Frauen am 27. Februar 2016 die Partei Freier Horizont. Viele kamen aus einer der Bürgerinitiativen gegen Windparks. Ein halbes Jahr nach der Gründung folgte den Plänen der jungen Partei im Landtagswahlkampf Ernüchterung. Mit einer eigenen Fraktion im Landesparlament hatte niemand gerechnet, mit mehr als 0,8 Prozent der Stimmen am 4. September schon.

Einige Mitglieder haben die Partei nach der Landtagswahl verlassen, andere sind eingetreten. Der Rostocker Chemiker Ralf Mundkowski wollte in einer Partei mitwirken, die es ehrlich meint.

Ihn treibe mehr die „chaotische Wirtschaftspolitik“ in MV um als die Windparks. 9,7 Milliarden Euro Schulden habe das Land. Er blickt weit voraus: „Die Kommunalwahlen 2019 sind das nächste Ziel.“ Die Partei sieht Chancen, in Stadt- und Gemeindevertretungen einzuziehen. Am 8. April kommt sie in Lambrechtshagen bei Rostock zu einem Parteitag zusammen. Dabei soll auch über eine Doppelspitze diskutiert werden.Birgit Sander

OZ

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