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MV aktuell Freiwillige Feuerwehren uneins bei Zukunftsplänen
Nachrichten MV aktuell Freiwillige Feuerwehren uneins bei Zukunftsplänen
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00:06 17.10.2017

Süderholz. Wenn der Alarm kommt, muss es schnell gehen. Ab ins Auto oder aufs Rad, zum Gerätehaus und Umziehen. Nur Minuten vergehen, bis die Männer und Frauen mit Blaulicht zum Einsatzort eilen. Allerdings plagen die Wehren personelle Sorgen. Immer öfter reichen die Helfer einer Gemeinde nicht. Das kostet Zeit, aber ein Konzept fehlt.

Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, berichtet: „Mittlerweile müssen mancherorts bis zu drei Einheiten gleichzeitig alarmiert werden, damit genügend Leute am Einsatzort eintreffen.“ Das könne dazu führen, dass sich die Hilfsfrist verlängert. „Aber es dauert nicht zu lange“, betont er. Die Wehren brauchen mehr Freiwillige, um tagsüber einsatzfähig zu sein, wenn die Kameraden arbeiten sind.

Landes- und Kreisfeuerwehrverbände in MV setzen deshalb auf Kampagnen. Mit Slogans wie „Köpfe gesucht“ und „Mach dein Kind stolz, komm auch du zur freiwilligen Feuerwehr“ werde fleißig Mitgliederwerbung betrieben, so Möller. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Vorpommern- Greifswald, Marko Stange, berichtet allerdings aus eigenen Erfahrungens, dass sich der Erfolg jedoch in Grenzen halte.

Robert Hinrichs ist Wehrführer in Dummerstorf bei Rostock. Er kennt all diese Sorgen. Ein Grund für den Personalmangel aus seiner Sicht: Das Ehrenamt sei zeitintensiv. „Allein 200 Stunden muss man investieren, um Feuerwehrmann zu werden“, sagt er. Hinzu kommen weitere Ausbildungen und die Einsätze. Als Anreiz für eine Mitgliedschaft wird in einigen Gemeinden eine Aufwandsentschädigung, das „Stiefelgeld“, ausgezahlt. So beispielsweise in Süderholz bei Grimmen. Dort bekommt jedes Mitglied der Feuerwehr pro Einsatz 7,50 Euro. Im Norden Usedoms gibt es zwei Euro, ab 2018 5,50 Euro – im Süden der Insel aber nichts. „Das verändert den Umgang miteinander“, bemängelt Hannes Möller und sagt weiter: „Wir sollten den Dienst in den Vordergrund stellen. Wenn wir dafür bezahlen, dann geht das Ehrenamt verloren.“ Eine Entlohnung brächte außerdem bürokratische Probleme mit sich, zum Beispiel in Bezug auf Arbeitszeitrichtlinien und steuerliche Abgaben. Mayk Tessin, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Landkreis Rostock, ist ähnlicher Meinung: „Ich halte davon gar nichts. Ehrenamt ist ein hohes Gut und mit dem Auszahlen von Geldern wäre dem nicht mehr so. Besser wäre es, in Ehrenamtskarten zu investieren.“

Wehrführer Hinrichs setzt auf Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr. Allerdings bringt auch die Probleme mit sich. Zum Studieren oder für die Ausbildung ziehen die jungen Leute oft weg – gerade dann, wenn sie gebraucht werden. Nur zwei von zehn Mitgliedern gehen laut Hinrichs in die aktive Zeit über. „Die freiwillige Feuerwehr füllt eben nicht den Kühlschrank“, sagt Verbandschef Möller.

P. Schã¼lermann / S. Gidzinski

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