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MV aktuell Fruchtig bis extrascharf: Die Senfmacher aus Schlemmin
Nachrichten MV aktuell Fruchtig bis extrascharf: Die Senfmacher aus Schlemmin
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00:00 13.04.2013
Von Kristina Schröder
Schlemmin

Ivonne und Michael Kostross geben überall ihren Senf dazu: zu Fleisch, Käse, Gemüsekuchen und Salat. In Schlemmin (Vorpommern-Rügen) stellen sie die Gewürzpaste selbst her — die Kostross‘ sind Senfmacher.

Vor etwa drei Jahren fängt das Ehepaar an, mit unterschiedlichen Gewürzen in der heimischen Küche zu experimentieren. „Weil uns der Senf aus dem Supermarkt nicht geschmeckt hat“, erinnern sie sich.

Außerdem seien in den Massenprodukten Zusatz- und Aromastoffe drin. Die wollen sie nicht, und so entwickeln beide kurzerhand eigene Rezepte, verarbeiten Honig, Bärlauch oder Sanddorn. Freunde und Verwandte sind von den Kreationen begeistert, und inzwischen lassen sich immer mehr Kunden den Schlemminer Senf schmecken. Der findet vor allem auf Märkten viele Abnehmer, zum Beispiel in Zingst auf dem Darß oder in Thiessow auf der Insel Rügen. 20 Sorten haben die Kostross‘ zurzeit im Angebot — von mild über fruchtig bis extrascharf ist alles dabei. „Denn Senf muss nicht immer nur scharf sein“, betont Michael Kostross (44).

Seit Anfang 2012 mahlen die Eheleute schwarze und weiße Senfkörner klein. Die stammen aus biologischem Anbau — aber nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben hier bisher noch keinen Biobauern gefunden, der das für uns macht“, bedauert Ivonne Kostross. Dabei sei früher viel Senf im Nordosten angepflanzt worden.

Etwa eine Tonne Saat verarbeiten die Senfmacher jedes Jahr — Tendenz steigend. Denn auch immer mehr Einzelhändler wollen die Produkte haben. „Für Feinkostläden oder Geschäfte mit regionalen Produkten“, berichten die Schlemminer. Die haben erst in gemieteten Räumen ihren Mostrich hergestellt, jetzt tun sie das auf dem eigenen Grundstück — der alten Schlossgärtnerei. Dort knispert in einer kleinen Produktionshalle die Senfmühle. Daneben lagern säckeweise Körner und Gewürze. Die Regale sind gefüllt mit Gläsern.

Jede Sorte hat den selben Basis-Brei: Für den werden helle oder dunkle Senfkörner zerkleinert und gut durchgemahlen. Dann kommen Wasser, Zucker, Salz und Essig dazu. „Am Ende hat man eine gelbe Paste“, so Michael Kostross. Das Entscheidende sei dann die Mischung der Zutaten. Sind die mit dem Brei zusammengerührt, muss die Mixtur etwa zwei Wochen lang reifen. „Die mit schwarzen Körnern bleibt scharf, die mit weißen wird milder“, verrät er.

Ihre genauen Rezepturen geben die Kostross‘ natürlich nicht preis. Doch die geschmacklichen Nuance ihres Senfs sind vielfältig. Exotisch wird es mit Feigen, nussig- herb mit Mohn, etwas rauchig mit einem Schuss Whiskey und norddeutsch-rustikal mit Kümmel. Lieblingssorte vieler Kunden ist im Moment der Mango-Senf. „Er ist sehr fruchtig und passt gut zu Ziegenkäse“, so Michael Kostross. Ideen für neue Kreationen hat er genug. „Unsere Fantasie ist noch lange nicht erschöpft“, sagt er. Zumal jedes Jahr einige Sorten wegfallen und andere dazukommen — je nach Geschmack der Kunden. Denn die fragen regelmäßig: „Habt ihr auch das?“ Und wenn es mehrere wollen, dann setzen wir uns ran“, erzählt Ivonne Kostross. So sei vor kurzem beispielsweise die Estragon-Paste entstanden.

Heute und morgen öffnen die Schlemminer ihre Senfmanufaktur für alle interessierten Gäste — jeweils von 13 bis 17 Uhr.

Es wird Bratwurst gegrillt und jeder kann seine Lieblingssenfsorte aussuchen und dazu essen.

www.dawanda.com

Kerstin Schröder

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