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Frust in der CDU: „Ein Desaster“

Greifswald Frust in der CDU: „Ein Desaster“

Die Christdemokraten aus Greifswald stehen hinter dem geschassten Sascha Ott

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Geschasst: Sascha Ott (CDU)

Quelle: dpa

Greifswald. Die Enttäuschung in der CDU in Vorpommern-Greifswald über ihren geschassten Parteikollegen Sascha Ott sitzt tief: „So sollte man als Partei, die sich gerade auf christliche Werte beruft, nicht mit einem Menschen und fünffachen Familienvater umgehen“, sagt Axel Hochschild, Vorsitzender der CDU in Greifswald. „Wenn man wegen Kleinigkeiten öffentlich zerstört wird, tut uns das im Herzen weh“, erklärt Egbert Liskow, CDU-Kreischef beim Parteitag in Wittenburg.

Der Landesvorsitzende Lorenz Caffier hatte Ott als designierten Justizminister zurückgezogen, als am Freitag bekannt geworden war, dass Ott mehrere Beiträge auf einer AfD-Facebookseite mit „Gefällt mir“ markiert hat. „Bis zu diesem Wochenende hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass man wegen eines Likes eines öffentlichen Zeitungsartikels auf einer AfD-Seite seinen politischen Hut nehmen muss. Menschlich ein Desaster“, sagt Hochschild. „Als ehemaliger Richter und Direktor eines Amtsgerichts und seit 2016 als ständiger Vertreter des Oberstaatsanwalts in Stralsund, wäre er für das Ministeramt prädestiniert gewesen“, so Hochschild. Sascha Ott gibt sich indes kämpferisch: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Es waren ja keine eigenen AfD-Beiträge, die ich gelikt habe, sondern mich interessierende Zeitungsartikel.“ Er fordert eine Rückkehr seiner Partei zu konservativen Inhalten. „Wir haben unseren rechten Flügel verloren.“ Eine Reihe von früheren CDU-Mitgliedern sitze jetzt für die AfD im Schweriner Landtag. „Ich möchte, dass die Konservativen in der CDU wieder angesehen sind. Ich will, dass wir offen sind für AfD-Mitglieder, deren Ansichten auf dem Grundgesetz fußen.

Viele waren einmal in der CDU. Ich hoffe, sie finden zu uns zurück“, sagt er.

Ott verteidigte sein Verhalten. Seine „Gefällt mir“-Markierungen beträfen AfD-Facebook-Einträge, wie einen Zeitungsbericht, in dem es darum gegangen sei, dass sich Christen und Muslime an einer bayrischen Grundschule prügelten und das Kreuz von der Wand gerissen wurde. Das habe er interessant gefunden. Beruflich will sich Ott weiter auf seine Tätigkeit als Vizechef der Stralsunder Staatsanwaltschaft konzentrieren und in der CDU-Fraktion in Greifswald mitarbeiten. K. Degrassi/C. Meerkatz

OZ

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