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„Führerschein und Auto weg“

„Führerschein und Auto weg“

Teilnehmern illegaler Autorennen müssen härtere Strafen drohen / OZ-Leser sind für Gesetzesinitiative

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Rostock – Teilnehmer illegaler Autorennen sollen künftig härter bestraft werden. Der Bundesrat prüft eine Initiative Nordrhein-Westfalens. Uta-Maria Kuder (CDU), Justizministerin von Mecklenburg- Vorpommern, begrüßt dies. Illegale Autorennen sollen als Straftaten – nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeiten – geahndet und mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Zudem sollen die Raser-Fahrzeuge eingezogen werden. Die Meinung der Leser der OSTSEE-ZEITUNG dazu ist eindeutig: Sie sind für härtere Strafen.

Britta Sümnicht (53) aus Rostock ist medizinische Angestellte und begleitet als Leserbeirat seit über zwei Jahren die OSTSEE-ZEITUNG.

So sagt Manu Ela : „Führerschein auf Lebenszeit weg. Und gestaffelt nach der Schwere des Geschehens drei, fünf oder zehn Jahre Arbeit mit Personen, die mit solchen Folgen klarkommen müssen. Aber nicht auf unserer aller Kosten in Haft.“ Manuela Schilling meint: „Haftstrafen bringen überhaupt nichts. Diese Raser müssten mehrere Wochen auf Intensivstationen und in Reha-Einrichtungen helfen, wo die Unfallopfer betreut werden, die sie zu verantworten haben.“ Nur so würden den Rasern die Augen geöffnet. Das glaubt Jochen Schachtschneider

nicht. Für ihn seien das „alles Hirnlose“. Wie sollten die das Unrecht sehen, das sie da angerichtet haben. Die sollten ihren Führerschein für zwei Jahre verlieren und dann ein Jahr lang kein Auto kaufen dürfen. Mirko Kreuter erklärt: „Führerschein einziehen auf Lebenszeit. Auto beschlagnahmen und versteigern zu Gunsten von Unfallopfern. Die Raser einsperren.“ Henry Schulz hält die Gesetzesinitiative für dringend notwendig. „Ich meine, man sollte nicht mehr so lange überlegen, sondern handeln. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss bestraft werden.“

Opfer und Angehörige seien auch das ganze Leben lang gestraft, wenn eine Familie auseinandergerissen wird. Auch Ralf Matthe fordert die schnellstmögliche Umsetzung des Gesetzesvorstoßes aus Nordrhein-Westfalen. Toralf Horn sieht ebenfalls Handlungsbedarf. Denn: „Milde Strafen sind doch der Grund, warum keiner mehr Respekt vor unseren Ordnungshütern und keiner mehr Angst vor den Konsequenzen hat.“ Er fordert härtere Strafen in allen Bereichen. Nur so könnten Leute vor einer Straftat abgeschreckt werden. Das ist auch für Christine Jatzke klar: Die Raser bringen bei den Straßenrennen „ja nicht nur sich in Gefahr, sondern auch viele Unschuldige, die mit dem Leben bezahlen“.

Einige Leser fordern sogar noch härtere Strafen, als in dem Gesetzentwurf vorgesehen. Kerstin Lehmann schreibt: „Führerschein und Auto weg. Haftstrafe wegen versuchten Mordes bzw.

Mordes und Übernahme sämtlicher Kosten, auch für die Hinterbliebenen.“ Stephan Lemke stimmt ihr zu: „Wegen versuchten Mordes anklagen und nicht wegen fahrlässiger Tötung.“

Robert Meier sagt: „Genau, mindestens wegen vorsätzlicher Körperverletzung anklagen, vorausgesetzt, es ist nichts ,Schlimmeres’ passiert.“

Und Hans Gruber schlägt vor: „Es gibt genug Rennstrecken in Deutschland, wo man für eine Startgebühr drauflosballern kann, um zu zeigen, wer der Bessere ist.“

Gefängnis für Raser: Entscheidung ist längst überfällig

„Gefängnis für Teilnehmer an illegalen Straßenrennen“: Diese Entscheidung ist längst überfällig. Menschen, die bewusst mit ihrer Fahrweise und ihrem Auto das Leben anderer Menschen gefährden, können nicht nur mit Geldstrafen und/oder Fahrverbot bestraft werden. Es kann nicht sein, dass das Auto schnell zur Tötungsmaschine werden kann. Diese Gesetzesverschärfung ist mehr als notwendig.

Die illegalen Rennen sind selten vorhersehbar und somit schlecht zu unterbinden. Die Folgen – Unbeteiligte werden schwer verletzt oder gar getötet – werden ohne Bedenken in Kauf genommen oder sogar einkalkuliert. Weil dann der sogenannte Kick größer ist?

Es sind Straftaten. Dabei wird das Auto als Waffe eingesetzt – und zwar vorsätzlich und bewusst. Das kann nicht nur eine Ordnungswidrigkeit sein. Die paar Wochen ohne Auto, wenn es denn eingezogen wird, sind eine überschaubare Zeit. Die Geldstrafe ist irgendwie bezahlbar, also keine wirkliche Abschreckung. Ich gebe Frau Leirich von der Landesverkehrswacht MV Recht: Der Verlust des Fahrzeugs tut den überwiegend jungen Fahrern richtig weh, da sie ihres Statussymbols beraubt sind.

Vielleicht sollte man ihnen Aufnahmen von Unfallopfern zeigen. Anblicke, die die Retter vor Ort aushalten müssen. Vielleicht wird in ihren Köpfen etwas wachgerüttelt, was Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern heißt.

Ich befürchte jedoch, das bleibt ein frommer Wunsch. Also wird es höchste Zeit, die Gesetze zu verschärfen. Nicht nur um Unbeteiligte zu schützen, sondern auch, welche Ironie, die Raser selbst.

Bernhard Schmidtbauer

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