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MV aktuell Für neuen Hafen: Seebrücke in Prerow wird 500 Meter lang
Nachrichten MV aktuell Für neuen Hafen: Seebrücke in Prerow wird 500 Meter lang
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00:05 19.03.2016

. Prerower Inselhafen heißt das Projekt, mit dem das Problem des Darßer Nothafens nun endlich geklärt wird — nach 30 Jahren. 2020 soll der Nothafen in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft geschlossen werden — seit 1990 fordern Naturschützer das. Die letzte noch fehlende Unterschrift für die Vereinbarung über den Neubau in Prerow sei am Donnerstag geleistet worden, teilte das Schweriner Umweltministerium gestern mit.

Als „Meilenstein“ bezeichnet die Umweltstiftung WWF, die den Nothafen betreut, die Einwilligung der Kommune. „Wir freuen uns sehr, dass damit endlich der letzte Stolperstein beiseitegeräumt ist“, sagte Jochen Lamp vom WWF-Projektbüro Ostsee in Stralsund. „Mit Schwung“ müsse nun die Planung umgesetzt werden. Lamp: „Damit der Ersatzhafen möglichst schneller fertig wird — vor 2020.“

Der mit Steinwällen geschützte Inselhafen ist nicht nur für Segler wichtig, die auf der langen Strecke zwischen Rostock und Barhöft bei Stralsund immer wieder einen regulären Anlaufpunkt gefordert hatten. Der neue, rund zwölf Millionen teure Prerower Inselhafen wird außerdem Liegeplätze für einen Seenotrettungskreuzer, ortsansässige Fischer und ein Fahrgastschiff bieten.

„Der Hafen ist ein Impuls, er wird ein echter Mehrwert für Prerow“, freute sich gestern Bürgermeister René Roloff. Die Attraktivität des Seebades werde steigen, ist der ehrenamtliche Kommunalpolitiker überzeugt. „Wir bekommen die längste Seebrücke im Ostseeraum.“ Um rund 150 Meter soll die jetzige Seebrücke verlängert werden — auf mehr als 500 Meter. Für die Gemeinde sei es „eine Chance, sich an dem Projekt zu beteiligen“, meint Roloff.

Alle Kosten, die für den Ersatz des Darßer Nothafens erforderlich seien, übernimmt das Land. Das hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) bereits im Vorfeld zugesichert. Das Land habe bereits „intensiv an der Finanzierung des Hafens gearbeitet und die Vergabe der Planungsleistungen vorbereitet“, informierte Backhaus. Vorhaben der Gemeinde, die der Verbesserung der touristischen Infrastruktur im Umfeld des Hafens dienen, werden ebenfalls gefördert. Bis zu 90 Prozent der Kosten steuert das Wirtschaftsministerium bei.

Jahrelang war um eine Lösung für den Nothafen gerungen worden. Immer wieder musste die Zufahrt freigebaggert werden. Das widersprach nicht nur den Naturschutzzielen, es verschlang auch enorme Summen — allein 2010 waren es 970000 Euro. Doch Vorbehalte in der Gemeinde Prerow verzögerten das Hafenprojekt mehrfach. Zwischenzeitlich hatten sich deshalb schon Born und Zingst als Alternativ-Standorte beworben. Im April 2015 votierte dann bei einem Bürgerentscheid die Mehrheit der Prerower Einwohner für die Marina. Allerdings knapp: Nur 52,5 Prozent der 854 Wähler stimmten dafür. Heute sei die Stimmung im Ort aber „überwiegend positiv“, meint Bürgermeister Roloff.

Trotzdem geriet die Zustimmung der Gemeinde in den letzten Wochen beinahe zur Posse. Bürgermeister Roloff hatte längst zugestimmt, doch die zweite — ebenfalls notwendige — Unterschrift fehlte. Beide stellvertretende Bürgermeister hatten ihre Zustimmung verweigert. Daraufhin musste die Rechtsaufsicht des Landkreises einen Beauftragten dafür benennen. Als leitende Verwaltungsbeamte im Amt Darß/Fischland setzte schließlich Kathrin Kleist ihre Unterschrift unter die Vereinbarung mit dem Land.

Mitte dieser Woche begannen indessen am Darßer Ort nochmals Baggerarbeiten. Mehrere tausend Kubikmeter Sand müssen nochmals aus der Fahrrinne gebaggert werden, um dem Rettungskreuzer die Zufahrt zu sichern.

Von Elke Ehlers

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