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Gartenabfälle: Landrat in Vorpommern gibt Feuer frei

Grimmen Gartenabfälle: Landrat in Vorpommern gibt Feuer frei

Pflanzenreste dürfen nun doch verbrannt werden / Regeln in MV unklar

Grimmen. Kleingärtner in MV sind verwirrt: Darf man Gartenabfälle jetzt verbrennen oder nicht? Erst vor zwei Wochen hatten Berichte, dass im Kreis Vorpommern-Rügen Gartenfeuer ab sofort und ausdrücklich verboten seien, für Unruhe gesorgt (die OZ berichtete). Jetzt rudert Landrat Ralf Drescher (CDU) zurück und gibt Feuer frei: Abfälle dürfen in Kleingärten auch weiterhin im März und Oktober werktags zwischen 8 und 18 Uhr verbrannt werden.

 

OZ-Bild

Niemand muss eine Genehmigung für das Abbrennen von Gartenabfällen beim Landkreis einholen. Ralf Drescher (CDU) Landrat Vorpommern-Rügen

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Doch im benachbarten Kreis Vorpommern-Greifswald sieht es wieder ganz anders aus: „Es gibt keine vernünftige Argumentation für das Verbrennen“, sagt Kreissprecher Achim Froitzheim.

Es gebe pro Jahr nur sehr wenige Ausnahmen, wenn ein Grundstück nicht durch einen Weg erschlossen ist. Und jede Ausnahme muss vor Ort durch einen Behördenmitarbeiter genehmigt werden. „Dabei können Kosten in dreistelliger Höhe anfallen“, erklärt Froitzheim.

Nachbar-Landrat Drescher betont dagegen für seinen Zuständigkeitsbereich: „Niemand muss eine Genehmigung für das Abbrennen von Gartenabfällen beim Landkreis einholen.“ Bereits eingegangene Anträge würden zurück an den Antragsteller geschickt.

Kurios ist dabei, dass sich beide Kreise auf die Landespflanzenabfallverordnung MV berufen. Darin heißt es: „Pflanzliche Abfälle dürfen verbrannt werden, wenn eine Entsorgung ... nicht möglich oder nicht zumutbar ist.“ Doch was genau zumutbar ist, bleibt offen.

Im Kreis Nordwestmecklenburg (ohne Wismar) können das die Bürger offenbar selbst entscheiden: Im Internet heißt es zwar: „Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist wie jede Abfallverbrennung gesetzlich verboten.“ Kurz darauf aber die Ausnahme: „Pflanzliche Abfälle dürfen nach dem Willen der Landesregierung MV ohne besondere Genehmigung verbrannt werden, wenn die Nutzung der Biotonne oder einer Annahmestelle für Grünschnitt und eine Kompostierung nicht möglich oder nicht zumutbar sind.“ Der Kreis weist auch auf Umweltgefahren hin: „Wenn nicht naturbelassene Hölzer mit verbrannt werden, können die Schadstoffgehalte beträchtlich sein.“ So finde man in der Asche von Jägerzäunen Chrom und Kupfer, in der von Fensterrahmen Zink und Blei.

Auch der Landkreis Rostock verweist auf die Landesregelung zum generellen Verbot mit Ausnahmen. Sprecher Michael Fengler betont aber: „Teilweise haben Städte und Gemeinden die Gartenfeuer ganz untersagt, daher wird empfohlen, sich darüber auch in der eigenen Gemeinde zu erkundigen.“

In Rostock gilt: „Das Verbrennen ist nicht erlaubt, da es ausreichend andere Möglichkeiten zur Entsorgung gibt“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. So werden für Kleingärtner zwei Mal jährlich Container zur Verfügung gestellt.

Auch in Wismar sind Gartenfeuer konsequent verboten: „Früher zogen immer dichte Rauchschwaden über die Stadt. Und in der dicht bebauten Hansestadt wären solche Feuer auch zu gefährlich“, sagt Sprecher Marco Trunk.

Reinhard Amler und Axel Büssem

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