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MV aktuell Dehoga: Gastgewerbe in MV will weg vom Dumpinglohn-Image
Nachrichten MV aktuell Dehoga: Gastgewerbe in MV will weg vom Dumpinglohn-Image
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20:01 04.12.2018
Gastgewerbe am Scheideweg: Der Dehoga MV wirbt verstärkt um Azubis und neues Personal. Quelle: dpa
Heiligendamm

Jede dritte Azubi-Stelle unbesetzt, große Lücken generell beim Personal: Die neue Landeskonzeption für Tourismus hat eklatante Schwächen auch beim Gastgewerbe in MV aufgedeckt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) MV geht jetzt in die Offensive. Eine Imagekampagne soll aufzeigen, wer die Guten in der Branche sind.

„Wir haben die Situation analysiert und handeln danach“, sagt Dehoga-MV-Präsident Lars Schwarz. Er beklagt, dass Politik nicht zwischen schwarzen Schafen und tariflich gebundenen Betrieben in der Branche differenziere. Bis zuletzt stand in der Tourimsmuskonzeption die Aufforderung, Hoteliers und Gastwirte müssten ihre Leute besser bezahlen, um die Qualität im Service zu verbessern.

„Wir zahlen Tariflöhne für Azubis und bis zur Fachkraft“, erklärt Schwarz. Landesweit seien 1300 Unternehmen Mitglied beim Dehoga – sie repräsentierten rund 4500 Azubis. Um dieses positive Image nach außen zu tragen und neues Personal zu binden, werde der Verband in den kommenden drei Jahren kräftig die Werbetrommel rühren. Das lassen sich die Unternehmen mehr als eine Million Euro kosten. Startschuss dafür solle der Branchentag heute in Heiligendamm sein. „Wir werden nichts unversucht lassen, die Mitglieder des Dehoga MV als verantwortlichen Tarifpartner in der Branche noch erkennbarer zu machen“, so Schwarz. Schließlich stehe man im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, „die nicht an tarifliche Absprachen gebunden sind und nur den Mindestlohn als Untergrenze haben“. Der Dehoga will weg vom Dumpinglohn-Image der gesamten Branche.

Das dürfte schwer werden. Landesweit haben Gastronomen Probleme, Personal zu finden, müssen Öffnungszeiten und Angebote reduzieren. Neben Bezahlung sind günstige Wohnungen in Tourismusregionen ein Problem. Hier kündigte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) kürzlich an, eine Richtlinie für sozialen Wohnungsbau auf touristische Orte ab 2000 Einwohnern zu erweitern. Kritik kam prompt: Gerd Scharmberg, Bürgermeister von Born (Darß), monierte, dass seine Gemeinde dann immer noch benachteiligt wäre.

Der Dehoga reagiert jetzt verstärkt zum Thema Azubis. „Ausbildung ist Chefsache“, heißt es heute beim Branchentag. Es gehe um ein „positives, zeitgemäßes Image des Gastgewerbes“, so Schwarz, vor allem bei jungen Menschen. Baggern ist angesagt bei der „Generation Z“, den Geburtsjahrgängen 1995 bis 2010.

Frank Pubantz

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