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Geburt an Bord: Flüchtlingsbaby trägt den Namen Marveloy

Rostock/Tarent Geburt an Bord: Flüchtlingsbaby trägt den Namen Marveloy

Das erste Mal ist auf der Bundeswehrfregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ein gesundes Baby zur Welt gekommen. Der Name des Marineschiffes steht auch in der ersten provisorischen Geburtsurkunde.

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Die junge Mutter und ihr Neugeborenes „Marveloy“ auf der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“.

Quelle: Bundeswehr/pao Eunavformed

Rostock/Tarent. In MV geboren zu sein – das können viele von sich behaupten. Aber auf der „Mecklenburg-Vorpommern“ zur Welt zu kommen ist bisher einmalig. An Bord der gleichnamigen Fregatte brachte eine 25-jährige Nigerianerin am vergangenen Freitag ein gesundes Baby zur Welt (die OZ berichtete) – zum allerersten Mal auf dem Schiff überhaupt, wie die Bundeswehr gestern mitteilte.

Die 250-köpfige Besatzung des Marineschiffes „Mecklenburg-Vorpommern“ ist seit zwei Monaten im Mittelmeer im Einsatz. In der vergangenen Woche rettete sie 323 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus Seenot, darunter eine hochschwangere Afrikanerin. 90 Kilometer östlich von Sizilien brachte die Frau an Bord mit tatkräftiger Unterstützung der deutschen Schiffsärztin einen zunächst namenlosen Jungen (51 Zentimeter, 2450 Gramm) zur Welt. Laut OZ-Informationen hat sie den Jungen inzwischen Marveloy genannt.

Was steht in solchen Fällen eigentlich später im Pass? Wie das in nigerianischen Ausweisen gehandhabt werde, wisse er auch nicht genau, sagt Alexander Gottschalk, Fregattenkapitän und Sprecher für Maritime Einsätze der Bundeswehr, gestern auf Anfrage. Aber: Der Name unseres Bundeslandes wird für immer mit dem Leben des nigerianischen Flüchtlingsbabys verbunden sein. Denn in seiner ersten provisorischen Geburtsurkunde, die die Bundeswehr vor Ort ausgestellt hat, steht „an Bord der deutschen Fregatte ,Mecklenburg-Vorpommern’ geboren“. Sie ist unterzeichnet vom Kommandanten. Dazu gebe es die Ortsmarke auf See mit geographischer Position. „Das Kind hat die nigerianische Staatsangehörigkeit“, sagt Gottschalk. Dass er auf einem deutschen Schiff geboren sei, habe keine Auswirkungen auf seinen Pass.

Im italienischen Hafen Tarent lief die „Mecklenburg-Vorpommern“ am Sonntag ein und übergab die Flüchtlinge den Behörden. Wie es Mutter und Baby gehe, sei nicht bekannt, erklärte der Sprecher für Maritime Einsätze der Bundeswehr. Während ihrer EU-Mission gegen Schleuserkriminalität seien der Marine Austausch oder Verbindungen zu den geretteten Menschen grundsätzlich nicht erlaubt, um Befangenheit zu vermeiden.

Für die Marinesoldaten seien Bord-Babys eine große Seltenheit, sagt Gottschalk. „Das war erst der dritte Fall auf unseren Schiffen, nach Geburten auf der Fregatte 'Schleswig-Holstein' 2015 und dem Tender 'Werra' 2016.“ Denn eigentlich sind Flüchtlingsrettungen keine primäre Aufgabe der Marineschiffe im Mittelmeer. Sie sind für die EU-Mission „Sophia“ im Einsatz, bekämpfen Schleuserkriminalität, verhindern Waffenlieferungen nach Libyen und unterstützen die Ausbildung der libyschen Marine. „Wenn wir während der Mission auf Menschen stoßen, die in Seenot geraten, retten wir aber auch“, erklärt der Fregattenkapitän.

Der Name der EU-Mission „Sophia“ geht übrigens ebenfalls auf eine Geburt an Bord zurück. Eine somalische Frau, die nach fünfmonatiger alleiniger Flucht 2015 auf der „Schleswig-Holstein“ entbunden hatte, taufte ihr Baby Sophia, weil das Marineschiff auch „Sophie-x“ genannt wird. Später erhielt dann die gesamte EU-Mission, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, den Namen dieses besonderen Babys.

Virginie Wolfram

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