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MV aktuell Gedächtnisort für die Revolution
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00:01 19.05.2017
Schwerin

. In Mecklenburg-Vorpommern soll bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein besonderer Gedächtnisort für die friedliche Revolution in der DDR entstehen. Die Abgeordneten aller vier Fraktionen des Schweriner Landtages forderten gestern einstimmig die Landesregierung auf, bis zum Frühsommer 2018 ein Konzept dafür zu entwickeln und geeignete Standorte vorzuschlagen. Spätestens im Herbst 2019 solle das Denkmal oder Museum fertig sein.

CDU-Fraktionschef

Vincent Kokert

FOTO:

JENS BÜTTNER/DPA

Es gebe landesweit schon viele Stätten nationaler Erinnerungskultur, die zum Teil weit in die Geschichte zurückreichten und auch an Not und Leid von Gewaltherrschaft erinnerten, stellte CDU-Fraktionschef Vincent Kokert fest. „Leider verstehen wir Deutsche es viel zu wenig, uns auch an die glücklichste Stunde unserer jüngeren Geschichte zu erinnern. Und diese Stunde ist ohne Frage die friedliche Revolution 1989.“ Dieses Ereignis müsse in lebendiger Erinnerung gehalten werden, betonte der CDU-Politiker als einer der I nitiatoren des Antrages.

Bewusst werde offengelassen, wo ein Denkmal stehen und wie es aussehen solle. Kokert brachte Waren an der Müritz ins Gespräch. Dort seien am 16. Oktober 1989 erstmals auch im Nordosten etwa 300 Menschen auf die Straße gegangen unter dem Motto: „Eine Hoffnung lernt laufen“. Dazu habe viel Mut gehört, weil nicht klar war, wie das SED-Regime reagiert.

Kokert: „Die DDR war ein Unrechtsstaat.“ Dies hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in der Vergangenheit relativiert und dafür Kritik auf sich gezogen.

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sicherte eine zügige Umsetzung zu. „Wir wären heute nicht gemeinsam in diesem frei gewählten Parlament, wenn nicht Menschen mutig auf die Straße gegangen wären“, sagte sie. Deren Einsatz solle eine besondere Würdigung erfahren und für künftige Generationen im Gedächtnis erhalten bleiben. Ein Gedächtnisort für die friedliche Revolution sei keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung für die bisherige Gedenkstättenlandschaft.

Peter Ritter (Linke) begrüßte den Vorstoß von CDU und SPD, erneuerte jedoch die Forderung nach einem Gedenkstättenkonzept für das Land. „Ein solches vom Landtag debattiertes und beschlossenes Gedenkstättenkonzept fehlt immer noch und ist überfällig.“ Bestehende Gedenkstätten und Museen sollten in das Konzept eingebunden werden, das „die politische Entwicklung bis 1989, die Zeit des Wendeherbstes und die Zeit danach dokumentiert“.

Frank Pfaff

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