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Geduldsprobe: Sperrungen am Autobahnkreuz Rostock

Rostock Geduldsprobe: Sperrungen am Autobahnkreuz Rostock

Es wird enger auf den Straßen rund um die Hansestadt Rostock, wer hinterm Lenkrad sitzt, muss sich auf längere Fahrzeiten einstellen.

Rostock. Es wird enger auf den Straßen rund um die Hansestadt Rostock, wer hinterm Lenkrad sitzt, muss sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Ab Montag lässt das Land die Fahrbahnen im Bereich des Autobahnkreuzes Rostock (A19/A20) sanieren. Bis Anfang Oktober kommt es zu Sperrungen und Umleitungen, teilt das Verkehrsministerium mit. Auch in der Stadt müssen sich die Autofahrer auf Behinderungen einstellen.

„Der Zeitpunkt ist nie richtig“, kommentiert der Warnemünder Spediteur Rolf Kroeger als amtierender Präsident vom Landesverband des Verkehrsgewerbes die Arbeiten eher mit einem Augenzwinkern.

Natürlich entstünden durch solche Baustellen Mehrkosten und Zeitverluste für die Unternehmen. „Darauf müssen wir uns einstellen.“ Grundsätzlich begrüßt es der Verband, wenn Geld in die Sanierung der Straßen fließt. Gerade sei er aus Mailand zurückgekommen, berichtet Kroeger. Ob Italien, Schweiz, Österreich oder quer durch Deutschland — überall gebe es Baustellen auf Autobahnen.

Knapp eine Million Euro stellt der Bund bereit, damit die Fahrbahnen im Autobahnkreuz auf einer Länge von 6,75 Kilometern saniert werden können. Dabei wird zunächst die Deckschicht abgefräst und durch neuen Asphalt ersetzt. In vier Abschnitten kommt es jeweils an sieben Tagen zu Sperrungen, der Verkehr wird über andere Anschlussstellen umgeleitet, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Das Bauwerk, wo die Autobahnen 19 und 20 aufeinandertreffen, entstand bis zum Jahr 2000. Vollständig befahrbar war es ab August 2002, als die A 20 in Richtung Osten freigegeben wurde. Die jetzt geplante Sanierung sei notwendig, „da infolge der normalen Alterung des Fahrbahnbelages und des hohen Verkehrsaufkommens erhebliche Schäden an der Fahrbahn entstanden sind“, begründet das Schweriner Verkehrsministerium. Eine mangelhafte Planung oder Bauausführung liege nicht vor. Die Verkehrsbelastung auf der A 20 beträgt zwischen dem Autobahnkreuz und Rostock-Südstadt rund 28 000 Fahrzeuge pro Tag, Richtung Dummerstorf sind es etwa 23 600. Auf der A 19 werden vom Kreuz Richtung Rostock etwa 24 000 und in Richtung Kessin rund 27 000 Fahrzeuge gezählt.

„Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich schon Sanierungsbedarf“, sagt Christian Schäfer vom Automobilclub ADAC. Mit den bekannten Problemen wie „Blasenbildung“ oder „Brüllbeton“ auf der Ostseeautobahn im Bereich Schönberg hätten die geplanten Arbeiten wohl nichts zu tun, so Schäfer. Der ADAC begrüßt die Sanierung. „Es ist richtig, dass rechtzeitig in die Infrastruktur investiert wird“, sagt er. Auch der Zeitpunkt sei passend gewählt, da die Hauptreisezeit in der Urlaubssaison abgewartet wurde.

Dass vergleichsweise neue Straßen wie jetzt das Autobahnkreuz nach zehn bis 15 Jahren eine neue Asphaltdecke bekommen müssen, ist für den Leiter des Rostocker Tiefbauamts, Heiko Tiburtius, normal. Er denkt in Rostock aktuell an vielbefahrene Verbindungen wie die August-Bebel-, die Nobelstraße oder den Südring. Rund 1,5 Millionen Euro gibt die Stadt in diesem Jahr aus, um Fahrbahnen und Gehwege in Ordnung zu bringen.

Thomas Niebuhr

 

OZ

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