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Gefährliche Grippe: Immer mehr pfeifen auf die Impfung

Rostock Gefährliche Grippe: Immer mehr pfeifen auf die Impfung

Viele Patienten in MV wollen sich nicht impfen lassen / Senioren und chronisch Kranke sollten das aber tun, sagen Experten

Rostock. Hohes Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen – wer unter diesen Symptomen leidet, könnte sich mit einem Influenza-Virus infiziert haben. Landesgesundheitsamt (Lagus), Krankenkassen und Kliniken empfehlen einen Grippeschutz – vor allem für ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere. Doch viele lehnen die Impfung ab.

Laut einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse ließ sich 2009 noch jeder Fünfte gegen die aggressiven Viren impfen, im vergangenen Jahr war es nur noch jeder Siebte.

Das bestätigt Prof. Emil Reisinger, Direktor des tropenmedizinischen Instituts der Universitätsklinik Rostock: Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr Impf-Muffel. „In den vergangenen Jahren sind weniger Menschen an der Grippe gestorben. Daher fühlen sie sich fälschlicherweise sicherer und lassen sich gar nicht erst impfen.“ Der Experte appelliert dennoch: „Jede Impfung zählt. Wer sich regelmäßig impfen lässt, kann einen Grippeschutz von über 95 Prozent erreichen – auch wenn sich die Influenzaviren ständig verändern.“ Wer sich den Pieks vom Hausarzt jetzt einmal abholt, sei immerhin zu 80 bis 90 Prozent geschützt. Zudem hätte er – entgegen verbreiteter Meinung – kaum Nebenwirkungen.

„Seit den Jahren 2008/09, als die Schweinegrippe extremer auftrat, ließen sich weniger Menschen in MV impfen“, bestätigt Heike Schmedemann, Sprecherin der Techniker Krankenkasse MV. Und auch die AOK Nordost räumt eine Impfmüdigkeit in MV in den vergangenen Jahren ein. Aber: „Der Trend kehrt sich langsam wieder um“, sagt AOK-Sprecher Markus Juhls. Insgesamt ließen sich 350000 Personen im vergangenen Jahr in MV impfen. „Das ist keine schlechte Quote“, sagt Juhls.

In der Grippe-Saison 2015/16 waren laut Landesgesundheitsamt MV insgesamt 4090 Influenza-Infektionen gemeldet worden. 2014/15 waren es 2546. „Klein- und Schulkinder betraf es besonders“, sagt Lagus-Sprecherin Anja Neutzling. Grundsätzlich sei aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Die Influenzasaison 2015/16 war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stärker ausgeprägt und länger anhaltend. Schon ab Anfang des Jahres 2016 und dann bis Ende März sind in MV wie in der gesamten Bundesrepublik deutlich mehr Menschen an Infekten und der „echten Grippe“ erkrankt als in der Vorsaison. Insbesondere starker Husten quälte die Betroffenen über längere Zeiträume.

Gefährlich wird es, wenn aus einer Grippe Komplikationen wie Lungen-, Herzmuskel- oder Gehirnhautentzündung resultieren. „Wenn man einen jungen Menschen daran sterben sieht, weiß man, wie wichtig eine Impfung ist“, betont Prof. Reisinger. Er weiß: „In jedem Jahr gibt es auch Todesfälle durch die Influenza.“

Die klassische Grippezeit kommt jedoch erst auf MV zu. Die meisten Fälle treten von Januar bis April auf. Bisher plagen die Menschen nur kleinere grippale Infekte. Die beste Medizin: sich schonen und zu Hause bleiben.

Michaela Krohn

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