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Gefährliche Mücke aus den Tropen naht

Greifswald/Rostock Gefährliche Mücke aus den Tropen naht

Forscher aus Greifswald schließt den Vormarsch der Tigermücke nach MV nicht aus

Greifswald/Rostock. Die gefährliche Tigermücke fliegt immer näher an Mecklenburg-Vorpommern heran. Nachgewiesen wurde sie im Land bisher noch nicht. Dennoch schließen Forscher einen Vormarsch des Insekts nach Norden nicht aus.

Das Risiko, dass die aggressiven Mücken auch Infektionskrankheiten wie Dengue oder Chikungunya übertragen, ist durchaus gegeben. Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald forscht zur Tigermücke, die in Südamerika unter anderem für die Übertragung des Zika-Virus verantwortlich sein soll. „Wir haben die Tigermücke schon seit einigen Jahren auch in Deutschland nachgewiesen – bis 2014 aber nur an Autobahnraststätten in Süddeutschland“, sagt der Insektenforscher. Die Mücken seien vor allem durch den Fernverkehr aus Südeuropa eingeschleppt worden. Inzwischen wurden an mehreren Orten in Deutschland Larven und Eier gefunden – unter anderem auch im thüringischen Jena. „Das ist schon bedenklich. Das deutet darauf hin, dass die Mücke sich lokal vermehrt“, betont Kampen. Die Behörden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen gehen jetzt bereits aktiv gegen die Ausbreitung vor.

Das Landesgesundheitsamt (Lagus) in Rostock sieht noch keinen Grund, die Bürger zu alarmieren. „Im Moment gibt es nichts, wovor man die Bevölkerung in MV warnen muss“, sagt Lagus-Sprecherin Anja Neutzling.

52 Mückenarten wurden bislang in Deutschland nachgewiesen. Wie viele davon im Nordosten leben, ist unbekannt. Dass die Tigermücke nicht nach MV kommt, könne der Greifswalder Wissenschaftler Helge Kampen nicht versprechen. Derzeit sehe aber auch er noch keine Gefahr. Es gebe zudem keine anderen gefährlichen Mücken im Land.

Allerdings sei eine ähnliche Art auf dem Anflug Richtung Norden: die Asiatische Buschmücke. Die nördlichste Population sei im Raum Hannover nachgewiesen worden. „Bei dieser Art wissen wir noch nicht richtig, wie gefährlich sie ist.“ In Laborversuchen hat sie einige Viren übertragen. In der Natur sei sie aber nicht als Überträger aufgefallen.

Dennoch wollen Forscher wie Kampen die Tigermücke bekämpfen und eliminieren – durch Aufklärung der Bevölkerung und den Einsatz von Bioziden. „Wir denken, dass es noch möglich ist, weil sie bisher nur lokal vorkommt. Wir haben den Vorteil, dass die Tigermücke auch eine wärmeliebende Art ist. Im Prinzip fühlt sie sich hier gar nicht besonders wohl.“ Wenn, dann möge das Insekt vor allem künstliche Wasserstellen wie Regentonnen oder Blumenvasen. Diese sollten vorsorglich mindestens einmal pro Woche geleert werden.

Eine Plage durch heimische Mücken gebe es zudem laut Kampen im Land derzeit nicht. Die Situation sei noch nicht kritisch. In den vergangenen Wochen war es für Mücken sehr trocken. Zwar hätte es auch ein wenig geregnet, das führe aber noch nicht zu einer Plage. Wenn es jetzt feucht und warm bleibt, könne sich das jedoch ändern. Die Hochzeit der Mücken beginnt erst im August. Michaela Krohn

OZ

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