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Gefahr aus der Tiefe: Dünger belastet Grundwasser

Schwerin Gefahr aus der Tiefe: Dünger belastet Grundwasser

Jedes zweite Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern ist höher belastet als erlaubt. Die Grünen fordern mehr Kontrolle der Landwirte sowie Strafen.

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Ein Landwirt fährt mit einer Dünger- und Pestizidspritze über einen Acker. Das Grundwasser in MV ist durch chemische Einträge belastet.

Quelle: ZB

Schwerin. In fast jedem zweiten Grundwasser-Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern lauern gefährliche Chemikalien in zu hohen Dosen. Dies geht aus einem Bericht des Landesamtes für Umwelt und Naturschutz (LUNG) hervor. Von den landesweit 61 Grundwasser-Körpern mussten 26 in einen „schlechten chemischen Zustand“ eingestuft werden. In elf davon sei der in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie festgelegte Nitrat-Wert überschritten, teils um ein Vielfaches, in 15 die Ammonium-Werte. Sorge bereite auch die hohe Konzentration von Stickstoff und Pflanzenschutzmitteln im Wasser. Als Verursacher nennt das LUNG Landwirte.

„Die Landesregierung muss das Düngen besser überwachen“, fordert Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr. Seine Fraktion regt ein „Düngekataster“ an, Verstöße gegen Regeln seien „wirksam zu ahnden“. Die Zeit dränge, wenn künftig „gesunde und saubere Gewässer“ im Land Normalität sein sollen. Die Bündnisgrünen errechneten: Bis 2021 müsste die Menge an ins Wasser gelangenden Stickstoffmengen um jährlich 840 Tonnen reduziert werden. Dies sei schon deshalb wichtig, weil 85 Prozent des Trinkwassers im Land aus dem Grundwasser entnommen werden.

Das Land arbeite „mit höchstem Einsatz an der Sicherung der Gewässerqualität“, reagiert Agrarminister Till Backhaus (SPD). Die Fraktionen von SPD und CDU verweisen auf bestehende Regularien zur Kontrolle des Düngens. Zudem seien strengere Verordnungen von Bund und Land in Arbeit. Ein Düngekataster würde Landwirte und Verwaltung „zusätzlich belasten“, sagt Heino Schütt (CDU). Fritz Tack (Linke) warnt wie Backhaus vor „einem bürokratischen Monster“ der Überwachung. Klar sei allerdings, „dass wir zu einer Reduzierung des Düngemitteleinsatzes auf unseren Feldern kommen müssen“.

Von Pubantz, Frank

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