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MV aktuell Gefeuerter Linker fordert Rückzug von Spitzenmann Holter
Nachrichten MV aktuell Gefeuerter Linker fordert Rückzug von Spitzenmann Holter
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00:05 23.09.2016

Wolgast/Schwerin Showdown bei den Linken vor dem Parteitag morgen in Güstrow: Der in Vorpommern gefeuerte Wahlkreismitarbeiter Lars Bergemann geht in die Offensive und fordert nun seinerseits eine personelle Erneuerung in der Partei. Im Visier hat er vor allem Helmut Holter, Spitzenkandidat zur verkorksten Landtagswahl und Fraktionschef im Landtag. Die Basis wisse er hinter sich, so Bergemann. Im Gespräch ist auch eine Abstimmung über die Zukunft von Landesparteichefin Heidrun Bluhm.

„Wir brauchen einen personellen Neuanfang und das sofort“, fordert Bergemann. Bestärkt sehe er sich durch viele Gespräche. Viele Wähler seien verunsichert; er kenne Beispiele, „wo selbst Genossen mit der Zweitstimme AfD gewählt haben“. Die Ursache für diese Verunsicherung sehe er auch im Erscheinungsbild seiner Partei. Kritik richtet er vor allem an Spitzenkandidat Helmut Holter. „Die Inhalte der Partei und er haben nicht zusammengepasst.“ Holter habe zu sehr den Eindruck erweckt, unbedingt wieder Minister werden zu wollen. Bergemann: „Die Leute sagen: Mit ihm ist kein Topf mehr zu gewinnen.“

Das müsse auch gesagt werden. Es brauche dringend Erneuerung und ein Signal nach außen, wenn die Partei im nächsten Jahr zur Bundestagswahl nicht weiter verlieren soll.

Die Linke hatte bei der Landtagswahl nur 13,2 Prozent der Stimmen erzielt. Einen Neuanfang forderten zuletzt auch der frühere Parteichef Steffen Bockhahn (Rostock) und Roy Rietentidt (Wismar). In der Partei kursieren für den neuen Fraktionsvorsitz zwei Namen: Simone Oldenburg (Gägelow) und Eva-Maria Kröger (Rostock). Holter dagegen erklärte in dieser Woche, er wolle wieder kandidieren.

Bergemann verlor gerade seinen Job bei Landtagsmitglied Jeannine Rösler, weil er nach dem Sieg von AfD-Mitbewerber Ralph Weber auf Usedom einen Dialog mit Vertretern der neuen Protestpartei gefordert hatte. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man diesen Weg gehen muss“, sagte er gestern. Darüber debattieren Genossen im Internet kontrovers. „Ach Lars, du hast dich verrannt“, schreibt etwa Landtagsmitglied Barbara Borchardt (Parchim). Johanna Arbeit (Heringsdorf) hält dagegen: „Lass dich und uns alle an der Basis nicht unterkriegen.“

Unter Genossen ist auch von einer möglichen Vertrauensfrage für oder gegen die Landesvorsitzende Heidrun Bluhm auf dem Parteitag die Rede. Bluhm reagierte gestern nicht auf eine Anfrage. Vieles erinnert an das Wundenlecken der Partei nach der Landtagswahl 2011. Auch damals wollte die Linke unbedingt in die Regierung und verlor. Damals überstand Bluhms Vorgänger einen Abwahlantrag. Der hieß

Bockhahn.

Frank Pubantz

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