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Geflügel darf ab morgen wieder ins Freie

Schwerin/Rostock Geflügel darf ab morgen wieder ins Freie

In weiten Teilen des Landes wird die Stallpflicht aufgehoben. Jedoch: In Risikogebieten gelten weiterhin Einschränkungen.

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Im Landkreis Rostock werden Hühner bereits seit einigen Tagen wieder ins Freie gelassen – wie hier in Wardow. Auch in anderen Regionen war dies bereits der Fall – entgegen der Weisung aus Schwerin.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Schwerin/Rostock. Mecklenburg-Vorpommern hebt die Stallpflicht für Geflügel in weiten Teilen des Landes von morgen an auf. Seit dem 3. März sei kein Fall von Vogelgrippe mehr in Geflügelbeständen aufgetreten, seit dem 9. März habe es auch keinen Nachweis mehr bei Wildvögeln gegeben, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern in Schwerin. Der Höhepunkt des Vogelzuges sei vorbei. „Ab Samstag, null Uhr, können die Tiere raus“, sagte Backhaus. Nur in Risikogebieten rund um die großen Wasserläufe und Seen sowie an der Küste soll die Stallpflicht weiter gelten. Dies soll einen Streifen von 500 Metern vom Ufer betreffen. Die genauen Gebiete sollen mit den Landkreisen bis heute Mittag abgestimmt werden.

Allerdings könnten die Landkreise bei Vorliegen eines neuen Risikos die Stallpflicht in freigegebenen Regionen wieder anordnen, betonte Backhaus. Auch gelten nach seinen Worten die Einschränkungen in den Restriktionsgebieten weiter, die nach den letzten Vogelgrippe-Nachweisen lokal für 21 Tage verhängt wurden. Die Experten hoffen, dass mit den steigenden Temperaturen und dem Abklingen des Vogelzugs das Risiko für ein erneutes Auftreten des hochansteckenden H5N8-Virus sinkt.

Backhaus hatte sich gestern mit Vertretern der Landkreise getroffen. Mit einigen hatte es Streit gegeben, weil Vorpommern-Rügen, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim sowie der Landkreis Rostock bereits in ganzen Regionen die Stallpflicht für nicht gewerbliche Geflügelhalter aufgehoben hatten. Das Agrarministerium hatte zunächst auf einer Einzelfallprüfung jedes Geflügelhalters bestanden. Dies jedoch ist aus Sicht der Landkreise nicht zu leisten.

In MV war am 9. November 2016 auf der Insel Riems bei Greifswald eine tote Reiherente gefunden worden, bei der zuerst das Virus H5N8 nachgewiesen wurde. Am Tag darauf hatte Backhaus eine landesweite Stallpflicht für Nutzgeflügel verhängt. Nach Angaben des Agrarministeriums wurde seither im Nordosten bislang bei knapp 100 Wildvögeln das Grippevirus amtlich festgestellt. Zudem seien bislang 15 Geflügelhaltungen im Land betroffen, darunter zwei Großbetriebe.

40 Millionen Euro Schaden

Der Geflügelwirtschaft in Deutschland sind mit der Vogelgrippe nach Einschätzung ihres Verbands bislang 40 Millionen Euro Schaden entstanden. „Im Einzelfall ist das für die Tierhalter existenzbedrohend, aber noch kommen wir einigermaßen durch diesen schwersten jemals in Deutschland registrierten Ausbruch der Geflügelpest“, sagte der Präsident des Zentralverbands der Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, gestern. Viele Tiere müssen seit Wochen in ihren Ställen bleiben. Mehr als eine Million Hühner, Puten und Enten in Geflügelbeständen wurden getötet.

Iris Leithold

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