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MV aktuell Geheimtipp Skihalle: Minusgrade statt Hitzestress
Nachrichten MV aktuell Geheimtipp Skihalle: Minusgrade statt Hitzestress
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01:34 26.07.2016
Gäste aus Dänemark: Camilla und Christian Spohr mit den Kindern Liva (3), Seier (5), Victoria (13) und Willas (6)( v.l.) Fotos (3): E. Ehlers

/Rövershagen. Fast 30 Grad zeigt die Quecksilbersäule, da wünscht sich mancher ein kühles Plätzchen. Tatsächlich gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Orte, an denen Urlauber und Einheimische sich so richtig frischmachen können – bei Minusgraden, mit Eis und Schnee.

Frostige Abkühlung gibt’s im Alpincenter Wittenburg und in Karls Eiswelt bei Rostock

In Karls Erlebnisdorf-Eiswelt in Rövershagen bei Rostock zum Beispiel, wo eisige Skulpturen zu einer Fantastik-Reise einladen, samt Schlittschuhbahn und Labyrith. Auch Ex-Skispringer Jens Weißflog hatte am Wochenende ein frostiges Vergnügen an die Küste gebracht. Auf Usedom konnten Mutige sich beim Schanzen-Gaudi in Zinnowitz ausprobieren. Dort ließ die Hitze den Schnee jedoch schon wieder schmelzen.

Der winterlichste Platz in MV ist aber die Skihalle von Wittenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim). Bei hitzegestressten Urlaubern gilt das Alpincenter an der Autobahn A24 als Geheimtipp. Es gibt Tage, da haben sie Pisten und Eislauffläche fast für sich allein. Was Spontanbesucher überraschen wird: Sie treffen auf ein internationales Publikum. „Wir haben gerade Gäste aus Dänemark, Österreich und Australien“, erzählt der Leiter der Skischule, Michael Förster. Am Skiverleih sucht Franko Bordihn gerade passende Bretter für Kinder heraus. Camilla und Christian Spohr aus dem dänischen Dragør kommen richtig ins Schwitzen, ehe alle in der Ski-Kluft stecken. „Im Sommer war ich noch nie Skilaufen“, sagt Victoria (13). Ihre Geschwister Liva (3), Seier (5) und Willas (6) auch nicht. Im Winter schon. „In Schweden und Norwegen“, wie Mama Camilla (40) erzählt. Auf das Mecklenburger Alpincenter stieß die Familie, als sie nach dem Frankreich-Urlaub einen Zwischenstopp suchte, „wo man etwas Schönes machen kann“. Nach Disneyland Paris bekam Wittenburgs Schneepiste den Zuschlag.

Auch die dänische Familie, die nach den Spohrs zum Sessellift eilt, kennt Skisport bisher nur aus Skandinavien. „Im Internet fanden wir das hier, wir sind neugierig“, sagt Rudi (41). Zwei Übernachtungen hat der Familienvater gebucht. Er muss sich sputen, Söhnchen Karl Johann (6) und Tochter Sara (9) wollen auf die Piste. Sohn Mads (14) ist längst oben am Start.

Stammgast im norddeutschen Alpincenter ist Thomas Schädle (49) aus Österreich. Als Trainer war er bereits mehrmals mit der japanischen Ski-Alpin-Nationalmannschaft in Wittenburg. Dieses Jahr kommt er mit Tochter Tina und Sohn Lukas. Die 14-Jährige absolviert mehrere Trainingseinheiten auf der 330 Meter langen Abfahrt. „Wir testen Ski und Schuhe für die neue Saison“, sagt Thomas Schädle. In den Alpen seien Trainingsmöglichkeiten derzeit begrenzt. Mehrere Sommerski-Gebiete wurden gesperrt, um die Gletscher zu schonen. „Die Halle ist perfekt“, urteilt der Trainer. „Kein Wind und gleichbleibende Schneeverhältnisse.“ Chef-Skilehrer Förster freut sich über das Lob. Der Thüringer weiß, was Profis brauchen. „Feste Pisten, die sich nicht so schnell ausfahren.“ Das schätzen auch andere Ski-Asse. Die Weltcup-Mannschaften aus Russland, den USA und Korea haben in Wittenburg Trainingseinheiten absolviert, auch der deutsche Kader hat sich angemeldet.

Für Urlauber sei gesagt: Wer mit Schnee und Eis doch nichts am Hut hat, kann im nahen Zachin auch Wasserski laufen.

Snowboard, Ski und Schlittschuhlauf

330 Meter lang und bis zu 120 Meter breit ist die Hauptpiste des Alpincenters Wittenburg bei Hagenow (Ludwigslust-Parchim). Auch im Sommer bietet der Schnee- und Freizeitpark der Van der Valk-Gruppe auf einer Fläche von 30000 Quadratmetern frostiges Vergnügen. Neben dem Abfahrtslauf am Ski-Hang können Besucher, die bei hochsommerlicher Hitze etwas Abkühlung suchen, auch Schlittschuhlaufen, Reifen-Rodeln und Snowboardfahren.

Die Skihalle des Alpincenters Wittenburg ist täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Die Eiswelt in Karls Erlebnisdorf in Rövershagen hat bis 31. Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Elke Ehlers

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