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Geisterfahrt in den Tod: Rentnerin (82) stirbt auf A 20

Grevesmühlen Geisterfahrt in den Tod: Rentnerin (82) stirbt auf A 20

Bei einem schweren Unfall bei Grevesmühlen wird ein 52-Jähriger schwer verletzt / Verkehrsexperte: Falschfahrten sind kaum zu verhindern

Grevesmühlen. Todesfahrt auf der A 20: Eine 82-jährige Frau ist gestern zwischen den Anschlussstellen Schönberg und Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) ums Leben gekommen, nachdem sie verkehrt auf die Autobahn gefahren war. Ein Mann wurde schwer verletzt.

Donnerstagmorgen auf der A 20: Viele Autofahrer sind unterwegs in Richtung Lübeck. Plötzlich kommt ihnen ein Hyundai entgegen. Zeugen alarmieren die Notrufzentrale. Zu spät. Wenig später kracht es. Die Geisterfahrerin rast frontal in einen Audi. Die Frau aus einem Dorf bei Grevesmühlen stirbt noch an der Unfallstelle. Der Audifahrer, ein 52-jähriger Mann aus Bayern, wird im Wrack seines Autos eingeklemmt. Rettungskräfte befreien ihn und bringen den Schwerverletzten ins Krankenhaus nach Lübeck. Die A 20 wird für mehrere Stunden voll gesperrt. Warum die Rentnerin bei Schönberg falsch auf die Autobahn fuhr, war zunächst unklar.

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 20 Menschen durch Geisterfahrer. 2200 Falschfahrten werden laut ADAC bundesweit gemeldet. Das Polizeipräsidium Rostock hat seit Januar 2015 drei Falschfahrer-Unfälle registriert – je einen auf der A 19 sowie innerhalb von Rostock und Wismar. Alle gingen glimpflich aus.

93 Menschen starben 2015 auf den Straßen von MV. Wie viele Tote auf das Konto von Falschfahrern gingen, sagt die Unfallstatistik allerdings nicht. Geisterfahrer werden nicht gesondert erfasst.

Daher sei es schwer, aus Falschfahrten Lehren zu ziehen, sagt Christian Hieff vom ADAC. Wo müssen Anschlussstellen besser beschildert, wo Auffahrten umgebaut werden? Um das zu wissen, müsse man auch die Ursachen kennen. Die meisten Falschfahrer seien verkehrt unterwegs, weil sie die Orientierung verloren haben oder unter Alkohol-, Medikamenten- oder Drogeneinfluss stehen. Jeder Dritte fahre absichtlich falsch – als Mutprobe oder aber um sich umzubringen. „Gegen Leichtsinn und Todessehnsucht helfen keine Schilder“, sagt Hieff.

48 Anschlussstellen gibt es in MV. Viele davon hat das Verkehrsministerium für rund 26000 Euro mit größeren Sperrschildern versehen. Die sollen durch ihre gebogene Form und Reflektorfolie auch bei schlechter Sicht auffallen. Im vergangenen Jahr wurden alle Anschlussstellen mit Pfeilen nachmarkiert. Kosten: knapp 200000 Euro.

Die Autobahnen in MV seien vergleichsweise jung und deshalb nach neuesten Erkenntnissen gebaut, urteilt ADAC-Experte Hieff. „In den alten Bundesländern sind Anschlussstellen viel unübersichtlicher.“

Allerdings beginne nur jede zweite Geisterfahrt an einer Auffahrt. Der Rest passiere, weil Autofahrer falsch von Rastplätzen führen, mitten auf der Fahrbahn wendeten oder an Autobahnkreuzen die Übersicht verlören.

Antje Bernstein

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