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Geldboten streiken für mehr Geld

Rostock Geldboten streiken für mehr Geld

In Rostock legten Prosegur-Beschäftigte die Arbeit nieder / Bargeld könnte knapp werden

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Etwa 50 Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Prosegur streikten gestern vor dem Standort in Rostock.

Quelle: Fotos: Robert Niemeyer

Rostock. Am Wochenende könnte das Geld an einigen Automaten knapp werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte gestern die Geldboten in neun Bundesländern – darunter Mecklenburg-Vorpommern – zum Warnstreik aufgerufen. Anlass sind die festgefahrenen Verhandlungen um den bundesweiten Tarifvertrag für rund 11000 Beschäftigte in der Branche des Geld- und Werttransports.

Rund 50 der insgesamt 130 Mitarbeiter des Rostocker Standorts der Firma Prosegur streikten für eine Lohnerhöhung von 1,50 Euro pro Stunde sowie die Angleichung regionaler Tariflöhne. Die körperliche Belastung sei groß, sagte Prosegur-Betriebsrat Mark Hauer. Zudem würden monatlich pro Mitarbeiter etwa 30 Überstunden anfallen.

In den neuen Bundesländern erhalten Geldboten 11,24 Euro pro Stunde und damit 4,49 Euro weniger als ein Kollege in Nordrhein- Westfalen.

Bei Prosegur Rostock waren gestern nur drei von 21 Geldtransportern unterwegs. Ein einziger Ausfalltag schränke die Bargeldversorgung aber noch nicht massiv ein, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) als Vertreter der Arbeitgeber mit. Bei einem längeren Streik könnten jedoch Bankautomaten nicht mehr bestückt und im Einzelhandel Tageseinnahmen nicht abgeholt werden.

Von Engpässen bei der Bargeldversorgung war gestern im Nordosten noch nicht viel zu merken. Aktuell habe der Warnstreik „keine Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb“, sagte die Sprecherin der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest in Wismar, Sylvia Peukert. Auch Kati Ambrosat von der Sparkasse Vorpommern erklärt: „Bei uns läuft alles normal. Die Versorgung mit Geld an den Automaten ist sichergestellt.“ Gesichert war die Bargeldversorgung ebenfalls bei der Rostocker Volks- und Raiffeisenbank. Keine Probleme meldete beispielsweise auch der Real- Markt im Einkaufscenter Ostseepark bei Rostock.

Die Arbeitgeber hatten zwischen zwei und drei Prozent mehr Lohn angeboten. Als „unangemessen“ bezeichnet daher der Geschäftsführer der Firma WSN Sicherheit und Service in Neubrandenburg, Harnid Schmidt, die Forderung der Gewerkschaft. Auch die Angleichung der Tarife lehnt Schmidt ab: „Dabei werden die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten, etwa zwischen MV und Bayern, gar nicht berücksichtigt.“ Geldtransporte würden bei WSN (600 Beschäftigte) rund 80 Prozent des Geschäfts ausmachen. Die Wagen der Firma sind in MV, Berlin und Brandenburg unterwegs.

Axel Meyer und Robert Niemeyer

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