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Genting gründet „MV Werften“: Stralsund soll Mega-Yachten bauen

Stralsund/Wismar/Rostock Genting gründet „MV Werften“: Stralsund soll Mega-Yachten bauen

Milliarden-Auftrag für Nordosten / Mitarbeiterzahl wird verdoppelt

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Stralsund/Wismar/Rostock. Wismar wird das neue Schiffbau-Zentrum in MV. Die Hansestadt wird Hauptsitz des Genting-Werftenverbundes an der Ostsee und baut ab Ende 2017 riesige Kreuzfahrtschiffe. Stralsund und Rostock liefern zu, bauen Mega-Yachten und Flusskreuzfahrtschiffe. Damit gehen aktuell zehn Neubau-Aufträge direkt in den Nordosten. Sie haben einen Wert von 2,5 Milliarden Euro. Konzern-Boss Tan Sri Lim Kok Thay will die neu gegründeten „MV Werften“ zu den modernsten und effizientesten Kreuzfahrt-Werften der Welt machen: „Dafür werden wir weitere 100 Millionen Euro investieren“, kündigt er an.

Die Belegschaften wurden gestern über die Pläne informiert: Pro Jahr will „MV Werften“ drei Schiffe bauen. Die ersten vier luxuriösen Flusskreuzfahrtschiffe sollen bereits 2017 an die Reederei Crystal River Cruises ausgeliefert werden – ein Unternehmen der Genting-Gruppe. In Wismar herrscht Jubelstimmung: „Endlich werden wieder Schiffe in der Stadt gebaut“, freut sich Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Arbeitsplätze würden geschaffen, die Einwohnerzahl werde wachsen. Nach OZ-Informationen will Genting ein neues Hotel für Mitarbeiter von Zulieferern und Fremdfirmen in der Hansestadt errichten. Auch Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) ist zuversichtlich: „Das ist für Stralsund die beste Chance seit 100 Jahren.“

130 Millionen Euro investiert der Genting-Konzern Hong Kong in die Standorte. 105 Millionen Euro bekommt Wismar. Stralsund erhält 15 Millionen Euro, Rostock zehn Millionen Euro. In Wismar entsteht unter anderem eine Paneellinie für den Zuschnitt von Blechen. Das Dock wird auf 375 Meter erweitert und eine Halle für die Kabinenfertigung gebaut. Auch an Schiffen wird schon gearbeitet. In Wismar befinden sich die ersten zwei Flusskreuzfahrtschiffe im Stahlzuschnitt. 2017 werden vier dieser Schiffe abgeliefert. 2018 folgt die erste Baureihe der Expeditionsyachten, das erste Kreuzfahrtschiff soll 2020 die Werft verlassen. „Wir setzen auf die Stärke unserer 1400 Mitarbeiter“, sagt Jarmo Laakso, Geschäftsführer von „MV Werften“. In den kommenden drei Jahren werde die Belegschaft verdoppelt. Zudem entstehen Tausende Jobs bei Zulieferern und Fremdfirmen.

Ursprünglich war die Lloyd- Werft in Bremerhaven, die Genting 2015 gekauft hat, für den Bau der Kreuzfahrtschiffe vorgesehen, die Werften in MV sollten zuliefern. Doch: „Die Infrastruktur in MV ist besser, alle Standorte haben Docks und Produktionshallen“, sagt Laakso. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) begrüßt die Entscheidung: „Das ist eine klare Stärkung des Schiffbaustandorts MV.“ Der Betriebsrat der Lloyd-Werft ist entsetzt: „Das ist eine Katastrophe für Bremerhaven“, sagt der Betriebsratschef Daniel Müller. „Jetzt reden wir über Arbeitsplatzsicherung.“ Seiten 2, 3 und Lokales

Kerstin Schröder

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