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MV aktuell Gesundheits-Check: Menschen in MV sind Vorsorgemuffel
Nachrichten MV aktuell Gesundheits-Check: Menschen in MV sind Vorsorgemuffel
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06:44 29.11.2016

Krebs ist die Krankheit, die die Deutschen am meisten fürchten. Doch mit der Vorsorge nimmt es offenbar kaum einer genau. Beispiel Darmkrebs: Nur jede dritte Frau und noch nicht einmal jeder fünfte Mann lässt sich Studien zufolge darauf vom Arzt untersuchen, obwohl die Kontrolle kostenlos ist. Viele Untersuchungen, die die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen, werden kaum genutzt. In MV ist die Zahl der Vorsorgemuffel hoch.

Warum zum Doktor gehen, wenn nichts wehtut? Weil die Heilungschancen größer sind, je früher ein Leiden entdeckt wird, sagen Mediziner. Dass Versicherte auf Vorsorge verzichten, sei bei Darmkrebs besonders fatal, sagt Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer MV. Es sei die Krebsart mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen im Jahr und die zweithäufigste Krebstodesursache. „Prävention kann helfen, die Sterblichkeitsrate zu senken.“ Genauso unbeliebt wie eine Darmspiegelung ist das Hautkrebs-Screening: Von den in MV bei der Techniker Krankenkasse (TK) Versicherten im Alter 35 plus haben nur jede achte Frau und jeder zehnte Mann im vergangenen Jahr deshalb einen Arzt aufgesucht. Vorsorglicher waren die AOK-Versicherten: Jeder Fünfte mit Anspruch auf ein Screening hat es 2015 auch genutzt.

Bequemlichkeit, Unwissen oder Panik vor bösen Diagnosen – warum Versicherte Vorsorge verschmähen, darüber können Kassen und Ärzte nur spekulieren. „Bei manchen muss anscheinend erst etwas passieren, damit sie aktiv werden“, sagt TK-Sprecher Kevin Nowotka. Imagekampagnen sollen die Kontrollen populärer machen. Viele Kassen locken zudem mit Boni. „Wir belohnen Vorsorge“, sagt AOK-Sprecher Markus Juhls. Wer alle Kontrolltermine wahrnimmt und lückenlos gegen Tetanus und Diphtherie geimpft ist, kriegt pro Jahr 70 Euro. Der Erfolg ist mäßig. Beispiel Check-up 35: Nur die Hälfte der AOK-Versicherten, die in MV Anspruch darauf haben, ließen sich 2015 auf Herz und Nieren prüfen.

Viele Gratis-Kontrollen sind umstritten: Der Check-up 35 hat Forschern zufolge bislang kaum dazu beitragen können, Sterblichkeitsraten oder die Zahl an Krankenhauseinweisungen zu senken. Die Mammografie steht immer wieder wegen Fehldiagnosen in der Kritik.

Jörn Campenhausen vom Landeshausärzteverband mahnt zum Augenmaß. Ärzte dürften Patienten nicht unnötig verunsichern. Man sei nicht zwangsläufig krank, nur weil ein Wert von der Norm abweiche. Am Sinn der von den Kassen bezahlten Tests zweifelt er aber nicht. „Ich habe im vergangenen Jahr drei Patienten an Prostatakrebs verloren. Sie hätten problemlos behandelt werden können, wären sie zur Vorsorge gegangen.“ Seite 5 und 7

Antje Bernstein

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