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MV aktuell Giftige Pilzsporen in der Luft: Rostock muss Kita schließen
Nachrichten MV aktuell Giftige Pilzsporen in der Luft: Rostock muss Kita schließen
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00:01 21.10.2017

Ob sie jemals in „ihre“ Kita zurückkehren dürfen, ist zurzeit völlig unklar: 98 Kinder der Kindertagesstätte „Richard Baumann“ im Stadtteil Brinckmansdorf müssen sofort aus ihren Räumen ausziehen – weil die Luft hochgradig mit Pilzsporen belastet ist. Das haben jetzt Messungen ergeben. „Wir haben keine andere Wahl. Die Grenzwerte werden zum Teil deutlich überschritten“, sagte Sigrid Hecht, Leiterin des städtischen Immobilienverwalters KOE (Kommunaler Eigenbetrieb Objektentwicklung), gestern der OZ.

Der KOE ist Eigentümer des Hauses am Korl-Beggerow-Weg, Betreiber der Kita jedoch ist das private Institut Lernen & Leben (ILL). Unter den betroffenen Eltern ist die Aufregung groß: Ein Vater hat bereits angekündigt, Strafanzeige erstatten zu wollen – wegen Körperverletzung. Etliche Kinder seien bereits erkrankt.

Denn die Probleme mit dem Gebäude sind den Verantwortlichen nach OZ-Recherchen mindestens seit 2015 bekannt: Damals gab es einen Regenschaden an dem 2001 in Holzständer-Bauweise errichteten Gebäude.

„Dabei wurden fehlerhafte Abdichtungen entdeckt. Im Zuge der Sanierung stießen Fachleute noch auf weitere erhebliche Schäden“, sagt Carsten Klehn, Sprecher der Wiro. Bis August 2017 war der größte Vermieter Rostocks Eigentümer der Immobilie in Brinckmansdorf. Schon damals – Anfang 2016 – wurden erstmals Pilzsporen in der Raumluft nachgewiesen. Nach einer Reinigung der gesamten Kita schien das Problem aber behoben.

Bis jetzt: Nach dem Kauf der Kita durch die KOE wurden erneut Messungen durchgeführt. „Mit einem für uns erschreckenden Ergebnis“, sagt KOE-Chefin Hecht. Feuchtigkeit und die Schimmelpilze haben sich – so der aktuelle Stand – vermutlich im gesamten Fußboden des Hauses ausgebreitet. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Nicht in diesem Maße“, so Hecht. Schimmel sei immer wieder Thema – auch bei den städtischen Immobilien: Betroffen sei beispielsweise auch ein Hort an der Ulmenstraße. „Dort besteht aber keine Gesundheitsgefahr für die Kinder. Da sind wir uns mit dem zuständigen Landesamt und auch dem Gesundheitsamt der Stadt einig.“

In Gehlsdorf musste der KOE vor einiger Zeit eine frisch sanierte Grundschule sperren – weil es Ausdünstungen gab.

Am Donnerstagabend wurden in Brinckmansdorf nun die Eltern der 98 betroffenen Kinder informiert: „Das war eine emotionale Veranstaltung. Ich kann die Eltern verstehen. Sie sorgen sich um ihre Kinder“, so Hecht. Der KOE will den Eltern die Gutachten der Experten zur Verfügung stellen. Die 26 Jungen und Mädchen aus der Krippe und die 72 Kita-Kinder sollen nun mindestens bis zum Sommer 2018 in den ILL-Schulcampus in Kassebohm umziehen. Auch die Schul-Eltern sind über das „Stühlerücken“ informiert worden. Ob die Kita „Richard Baumann“ saniert oder neu gebaut werden muss, sei noch offen.

Andreas Meyer

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