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Glasaale: Besatz in der Peene sorgt für Ärger

Anklam Glasaale: Besatz in der Peene sorgt für Ärger

Ärger um Glasaal-Besatz: Die Ansiedlung der über 20 000 Jungfische in der Peene am Gelände der Anklamer Zuckerfabrik (Vorpommern-Greifswald) in der letzten Woche war nicht gesetzeskonform.

Anklam. Ärger um Glasaal-Besatz: Die Ansiedlung der über 20 000 Jungfische in der Peene am Gelände der Anklamer Zuckerfabrik (Vorpommern-Greifswald) in der letzten Woche war nicht gesetzeskonform. Darüber hat die obere Fischereibehörde alle an der Aktion Beteiligten informiert. Das Problem: Der Schilfgürtel, in dem die bis zu zehn Zentimeter langen, durchscheinenden Aale zu Wasser gelassen worden sind, gehört zu den Küstengewässern — und damit zum Hoheitsbereich des Landes. Dort Jungfische, ohne Kenntnis der Landesbehörden, auszusetzen, verstößt gegen das Landesfischereirecht, das geht aus dem Schreiben der Behörde hervor.

Der Besatz sollte eine Wiedergutmachungs-Aktion nach dem Fischsterben in der Peene 2015 werden — nun hatte er für viele der Beteiligten ein unangenehmes Nachspiel. „Wir haben das Schreiben auch bekommen“, sagt Kerstin Schünemann, kaufmännische Leiterin der Anklamer Zuckerfabrik. „Wir haben den Aal-Besatz aber nur finanziert.“ Gewässerwart Volker Worschech vom Anglerkreisverband Ostvorpommern kritisiert die Organisation der Aktion. „Ich wurde einen Tag vor dem Besatz informiert. Da waren die Aale schon unterwegs“, sagt er. Damit die Jungfische nicht unnötig lang in den Styroporkisten ausharren mussten, half er — und vermittelte die Angler vom Anklamer Verband Peeneblick, die den Besatz ausführten. „Im Hafenbecken hätte man die Aale nicht aussetzen können“, sagt er.

Im Schilf hätten sie noch die besten Überlebenschancen. „Es musste gehandelt werden“, sagt Worschech. Im schlimmsten Fall wären die Tiere im Transporter verendet.

Grundsätzlich begrüßt Till Backhaus (SPD) die Aktion. Der Agrarminister hatte sich nach der Havarie für eine Wiederansiedlung des Aals in der Peene stark gemacht. „Ich hatte dafür plädiert, dass die Verantwortlichen Reue zeigen, indem sie mit den Anglern kooperieren“, sagte Backhaus. „Allerdings dürfen rechtliche Rahmenbedingungen nicht aus dem Blickfeld geraten.“ Eine Strafe drohe den Anglern aber nicht. Kay Steinke

OZ

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