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MV aktuell Menschen in MV werden glücklicher
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09:37 12.10.2018
Punkt für Mecklenburg-Vorpommern: Das Land ist bei Urlaubern sehr beliebt. Jeder 20. Deutsche erholt sich zwischen Usedom und Boltenhagen. Auch der Ostseestrand in Warnemünde lockt tausende Badegäste an. Quelle: Bernd Wüstneck/ZB/dpa
Rostock.

Glücklicher, und trotzdem weiter arm: Mecklenburg-Vorpommern hat sich laut „Glücksatlas 2018“ von Platz 17 im Vorjahr auf Position 15 verbessert, teilt die Deutsche Post als Auftraggeberin für den Atlas mit. 2016 lag MV im Bundesländervergleich noch auf dem letzten Platz. Der Wert für das Lebensglück in MV ist um 0,07 Punkte auf 6,96 gestiegen. Der gesamtdeutsche Durchschnittswert beträgt 7,05. Für den „Glücksatlas“ werden Daten des Umfrageinstituts IfD Allensbach und des Sozio-oekonomischen Panels ausgewertet. Dazu wird Deutschland in 19 Regionen eingeteilt.

„Mich hat es überrascht, dass Mecklenburg-Vorpommern mit 6,96 Punkten nur unwesentlich vom deutschen Durchschnittswert abweicht“, erklärt Prof. Dr. med. Christof Kessler, von 1994 bis 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Neurologie am Universitätsklinikum Greifswald. Die Faktoren, die allgemein zur Lebenszufriedenheit beitragen, seien Gesundheit, eine stabile Partnerschaft sowie das Vertrauen zu Mitmenschen und staatlichen Institutionen. „Diese Faktoren unterscheiden sich in unserem Land nicht wesentlich vom restlichen Bundesgebiet. Das ist ein erfreuliches Ergebnis“, betont der Glücksforscher.

Die Deutsche Post hat den „Glücksatlas 2018“ vorgestellt. Bei der Erhebung wird die Zufriedenheit der Menschen in 19 unterschiedlichen deutschen Regionen untersucht. Wo liegt Ihre Region?

Im Bereich „Arbeit“ bewerten die Mecklenburger und Vorpommern ihre Zufriedenheit laut Studie mit dem Wert 7,2 überdurchschnittlich hoch. Ein Grund für das gute Abschneiden in diesem Bereich ist sicherlich der geringe Anteil an Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen. Mit 19,7 Leiharbeitern je 1000 Erwerbstätige liegt die Leiharbeiterquote mehr als zehn Prozentpunkte unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt (31,6).

Dagegen liegt die Zufriedenheit in den Bereichen „Gesundheit“ sowie „Haushaltseinkommen“ weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. So sei das verfügbare Jahreseinkommen mit 18 299 Euro nirgendwo so niedrig wie zwischen Ostsee und Seenplatte (Durchschnitt: 21 919 Euro).

Wie im Vorjahr führen die Forscher die niedrige Zufriedenheit im Bereich „Gesundheit“ (6,4) auf die deutschlandweit höchste Pflegequote im Nordosten zurück. Mit 49,1 zu pflegenden Menschen auf 1000 Einwohner müssen im Nordosten etwa 15 mehr gepflegt werden als im Bundesdurchschnitt.

Dagegen ist die regionale Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns sehr hoch: 18,5 Übernachtungen pro Einwohner ist, wie schon in den vorherigen Jahren, der absolute Spitzenwert in Deutschland (Bundesdurchschnitt 5,6). Positiv fallen auch die niedrigeren Mieten ins Gewicht. Der Anteil der Kaltmiete an den Monatseinkünften beträgt 16,3 Prozent (gesamt 17,3).

Auf Platz eins des „Glücksatlas 2018“ liegt wie im Vorjahr Schleswig-Holstein (7,44). Brandenburg ist mit 6,84 Punkten Schlusslicht.

Bernhard Schmidtbauer