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Glyphosat: In MV wird jetzt frisch geerntete Gerste getestet

Rostock Glyphosat: In MV wird jetzt frisch geerntete Gerste getestet

Landesamt in Rostock untersucht Proben aus 83 Kontrollen. Im Vorjahr waren Haferflocken belastet.

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Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes

Quelle: dpa

Rostock. Glyphosat und Antibiotika: Als Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern in Rostock den Verbraucherschutz-Bericht vorlegte, rückte er Reizthemen in den Fokus. Da das Unkrautgift Glyphosat „wie kaum ein anderes die Gemüter erhitzt“, startete das Rostocker Landesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit 2015 ein spezielles Untersuchungsprojekt. Nach Meinung von Kritikern steht Glyphosat im Verdacht, Krebs auszulösen. Das Bundesamt für Risikoforschung teilt diese Auffassung aber nicht. Ende Juni hatte die EU-Kommission die Zulassung um 18 Monate verlängert.

OZ-Bild

Landesamt in Rostock untersucht Proben aus 83 Kontrollen. Im Vorjahr waren Haferflocken belastet.

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Ergebnis der Rostocker Tests: In zwei von 314 Proben wurden Glyphosat-Rückstände gefunden – jedoch deutlich unter dem zulässigen Höchstgehalt. Es handelte sich um Haferflocken, bei denen laut Verordnung pro Kilo bis zu 20 Milligramm Glyphosat-Rückstände toleriert werden dürfen. Nachgewiesen wurden maximal 0,24 mg/kg, also 1,2 Prozent der zulässigen Menge. Erdbeeren, Äpfel, Bananen, Champignons, Tomaten und Sellerie waren glyphosatfrei. Auch in Roggen, Weizen, Dinkel und Backmischungen fand sich das Unkrautgift nicht.

Derzeit werden in Rostock Proben aus der Gersten-Ernte analysiert. Bei 83 Kontrollen wurden Proben genommen, informierte Dr. Joachim Vietinghoff, Chef des Pflanzenschutzdienstes. 60 Felder waren nicht mit Glyphosat behandelt worden, 14 vollständig, neun teilweise. „Als Reifebeschleuniger ist Glyphosat verboten, um die Erntefähigkeit von Getreide herzustellen aber nicht“, stellte Vietinghoff klar. Wenn viel Unkraut das Getreide verunreinige, dürfen die Bauern das umstrittene Mittel einsetzen.

Der Direktor des Rostocker Landesamtes, Prof. Frerk Feldhusen, verwies auf Beispiele von Irreführung der Verbraucher: Rindswurst enthielt kein Rind, Buttermakrele wurde für Butterfisch ausgegeben, Flunder für Scholle. Feldhusen: „Die Preisunterschiede sind erheblich.“ Insgesamt wurden 190 Verwarngelder ausgesprochen und 29 Strafanzeigen gestellt.

Positives Beispiel: Gegen den Eichenprozessionsspinner brauchen Pflanzenschutzexperten dieses Jahr nicht aus Hubschraubern spritzen. Die Population sei eingedämmt, die Gesundheitsgefahren weitgehend beseitigt.

Zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung fielen die Angaben weniger konkret aus. Die Therapiehäufigkeit sei gesunken, hieß es. Im 1. Halbjahr 2015 kamen 202 von gemeldeten 463 Tierhaltern ohne Antibiotika aus, im 2. Halbjahr 190. Wie oft und wie lange Tiere behandelt wurden, sagte Backhaus nicht. Erfasst wurden Schweine, Mastrinder und Geflügel – keine Milchkühe. Backaus berief sich auf bundesweite Kennziffern und einen „Maulkorb“, den Bundesminister Christian Schmidt (CSU) den Ländern verordnet habe. Backhaus: „Das habe ich kritisiert, wir wollen Transparenz.“

777 000 Proben analysiert

1100 von 8200 Lebensmittelproben, die die Überwachungsbehörden in MV 2015 untersuchten, wiesen Mängel auf. In 64 Prozent ging es um Fehler in der Kennzeichnung. So waren Süßungsmittel, Konservierungs- oder Farbstoffe falsch angegeben. 19 Prozent wiesen Keime auf. Vier Prozent enthielten Rückstände anderer Verunreinigungen, unter anderem Schädlinge oder Fremdkörper.

Insgesamt wurden 2015 durch das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei gut 777000 Proben analysiert, neben Lebens- auch Futtermittel.

Elke Ehlers

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