Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Greifswald jubelt: Martinschule gewinnt Bundesfinale
Nachrichten MV aktuell Greifswald jubelt: Martinschule gewinnt Bundesfinale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 15.05.2018
Jubel in Berlin: Benjamin Skladny (vorne links), Schulleiter des Evangelischen Schulzentrums Martinschule in Greifswald, sowie Schüler und Lehrer nahmen von Anja Karliczek (M, CDU), Bundesbildungsministerin, den ersten Preis entgegen. Quelle: Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Der Deutsche Schulpreis 2018 geht an das Evangelische Schulzentrum Martinschule in Greifswald. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) überreichte am Montag in Berlin die mit 100000 Euro dotierte Auszeichnung der Robert-Bosch-Stiftung. Schulleiter Benjamin Skladny war mit einer kleinen Delegation nach Berlin gereist. In der freien Schule lernen körperlich und geistig behinderte Kinder mit Durchschnittsschülern und Hochbegabten. Fast die Hälfte der Schüler hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Der Abiturdurchschnitt an der Martinschule ist mit 2,1 besser als der Landesdurchschnitt von MV mit 2,3.

Förderzentrum lebt Inklusion / Auszeichnung mit 100000 Euro dotiert

Schulleiter

Benjamin Skladn FOTO:

WÜSTNECK/DPA

Während sich viele staatliche Schulen mühevoll an das Thema Inklusion herantasten, wird der Begriff hier seit 16 Jahren gelebt.„Inklusion ist anstrengend, aber sie lohnt sich“, begründet der Sprecher der Jury und Erziehungswissenschaftler Michael Schratz. 1992 wurde die Einrichtung als Schule für geistig behinderte Kinder gegründet. Seit 2002 besteht die Grundschule. 2006 wurde die Integrierte Gesamtschule gegründet. Sie führt inzwischen Schüler bis zum Abitur. In der Grundschule zahlen Eltern 95 Euro, in der Gesamtschule 170 Euro pro Monat. „Ich bin stolz, dass wir dieses Schulzentrum in unserer Stadt haben“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). MV-Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) gratulierte der Schule. „Auf diese Auszeichnung können Schüler und Lehrer stolz sein“, sagte sie.

An der Martinschule ist vieles anders: Die ersten und zweiten Klassen lernen in Schulwohnungen, der Schultag beginnt hier mit sanftem Glockengeläut statt einer schrillen Schulklingel. Ab der dritten Klasse beginnen die Kinder mit der Selbstplanung ihrer Schulwoche. „Die Lehrer achten darauf, dass sich Kinder frühzeitig ihren eigenen Lernweg suchen“, sagt Grundschulkoordinatorin Liane Massow.

Jeder Schultag beginnt mit einem Morgen- und endet mit einem Abschlusskreis, in dem die Kinder ihre Tagesziele formulieren und zum Abschluss bilanzieren. In Klasse 1a sitzen 13 Kinder mit Klassenlehrerin Anne Daedelow, zwei Integrationshelfern und einer Pädagogischen Unterrichtshilfe auf dem Teppich. In der Mitte steht eine Kerze. Die Kinder singen: „Ich kann mich freuen, denn ich bin nicht allein.“ Melinda ist eine von drei geistig behinderten Kindern. Sie sitzt in den Armen von Daniela Schubert, ihrer Integrationshelferin. „Melinda profitiert in dieser Klasse so stark von ihren Mitschülern“, sagt Schubert. Sie habe gelernt, erste Wörter zu sprechen, könne sich für mehrere Minuten konzentrieren. Melindas Schulziel wird es sein, später möglichst ein überwiegend selbstständiges Leben zu führen.

Schulleiter Benjamin Skladny verschweigt nicht, dass Inklusion für die Lehrer in den höheren Klassen zur Herausforderung werden kann, wenn die Schere der individuellen Lernniveaus auseinandergeht.

Der Schulpreis wird seit 2006 vergeben. Aus MV hatte es in diesem Jahr auch das Eldenburg-Gymnasium Lübz neben 13 weiteren Schulen ins Finale geschafft.

Zwei Schulen aus MV in der Endrunde

Zwei Schulen aus MV standen in der Endrunde für den Deutschen Schulpreis 2018. Neben dem Gewinner, dem Evangelischen Schulzentrum Martinschule in Greifswald, war das Eldenburg-Gymnasium in Lübz nominiert. Das Gymnasium versteht sich als Lebens- und Lernort, in dem ein leistungsorientiertes, angstfreies und individuell effektives Lernen möglich ist. Jedes Jahr werden sechs Schulen mit dem von der Robert-Bosch-Stiftung finanzierten Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Die beste Schule erhält den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis, fünf weitere Schulen werden mit 25 000 Euro geehrt.

Alle weiteren Nominierten erhalten je 5000 Euro.

Martina Rathke und Sybille Marx

Von Boltenhagen bis Ahlbeck hat sich die Ostsee einen gelben Teppich zugelegt. Im Bild „gelbt“ es am Strand von Koserow auf der Insel Usedom.

15.05.2018

Ein Gespräch mit dem scheidenden Teterower Bürgermeister Reinhard Dettmannn

15.05.2018

Der Rostocker Landtagsabgeordnete Holger Arppe (45) muss 6000 Euro Strafe zahlen, weil er im Internet gegen Muslime hetzte.

15.05.2018
Anzeige