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Grimmen hat bundesweit die schlechteste Ärzteversorgung

Rostock/Grimmen Grimmen hat bundesweit die schlechteste Ärzteversorgung

Die vorpommersche Stadt Grimmen ist, was Hausärzte angeht, unterversorgt. Der aktuelle Ärzteatlas des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkasse ...

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Ein Hinweisschild auf die Praxis eines Allgemeinmediziners steht am Ortseingang von Zapel-Hof (Kreis Ludwigslust-Parchim).

Quelle: Büttner/dpa

Rostock/Grimmen. Die vorpommersche Stadt Grimmen ist, was Hausärzte angeht, unterversorgt. Der aktuelle Ärzteatlas des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) bescheinigt der Region eine Versorgung von lediglich 67,3 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands führende Stadt in der Hausärzteversorgung, Westerland auf Sylt, hat einen Versorgungsgrad von 208, 7 Prozent.

Joachim Klose, einer der Autoren der Studie, erläutert, dass laut Bedarfsrichtlinienplanung bei den Hausärzten von einem niedergelassenen Allgemeinmediziner pro 1671 Einwohnern ausgegangen wird.

„Werden diese Zahlen exakt erfüllt, kommt man auf 100 Prozent“, sagt er. „Sind es weniger Ärzte, liegt man darunter.“ Ab 110 Prozent spricht man von einer Überversorgung, ab 75 Prozent von Unterversorgung. Grimmen gehört zu letzteren Regionen. Deutschlandweit sind dies neun von insgesamt 914 sogenannten Planungsbereichen. Sie liegen in Westfalen (2), Bayern (1), Hessen (1). Grimmen ist in Mecklenburg-Vorpommern der einzige unterversorgte Bereich.

Warum ausgerechnet Grimmen im Nordosten so schlecht dasteht, könne er auch nicht sagen, so Klose. Denn das nur 25 Kilometer entfernte Greifswald gilt zum Beispiel als mit Hausärzten überversorgt.

Selbst im benachbarten Anklam ist die Lage wesentlich besser.

Die Folge einer solchen Unterversorgung spüren natürlich die Patienten. Nicht nur bei langen Wartezeiten in den noch zur Verfügung stehenden Praxen, sondern auch in der Tatsache, dass Ärzte kaum noch neue Patienten annehmen.

Insgesamt ist Deutschland mit niedergelassenen Ärzten gut versorgt. Der Versorgungsgrad liegt bei allen Fachrichtungen bundesweit deutlich über dem Soll, heißt es. Im vieldiskutierten hausärztlichen Bereich ergebe sich 2015 ein Gesamtversorgungsgrad von 109,6 Prozent. Unter den Bundesländern liegt Hamburg mit einem Hausärzte-Versorgungsgrad von 116,6 Prozent hinter Berlin (118,0) auf Platz 2 vor Bayern (116,2). Schleswig-Holstein kommt mit einer Versorgung von 114,0 Prozent auf Platz 4. Mecklenburg-Vorpommern dagegen liegt mit 102,5 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt (109,6) auf dem vorletzten Rang vor Sachsen-Anhalt (101,5).

„Die Versorgungslage ist durch erhebliche Verteilungsprobleme gekennzeichnet. Die Überversorgung in einigen Regionen bindet Ressourcen, die anderswo fehlen“, kommentierte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des AOK-Instituts, die Ergebnisse.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der Arztdichte mit 4,1 praktizierenden Ärzten je 1000 Einwohner auf Platz 5.

Reinhard Amler/Markus Jantzer

OZ

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