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MV aktuell Grippeschutz: Immer weniger lassen sich impfen
Nachrichten MV aktuell Grippeschutz: Immer weniger lassen sich impfen
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00:01 13.10.2017
Kleiner Pikser – große vorbeugende Wirkung. Quelle: Foto: Caroline Seidel/dpa

Die Grippe-Impfbereitschaft lässt in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter nach. Während sich im Jahr 2009 noch jeder fünfte Versicherte gegen Influenza impfen ließ, war es im vergangenen Jahr nur noch jeder siebte, erklärt Wolfgang Scheffler von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Rostock. Tendenz weiter abnehmend.

Internationale Zielmarke verfehlt

75 Prozent der Bürger sollten geimpft werden, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Das wird in Deutschland bei weitem nicht erreicht. Die Impfungen sind bei niedergelassenen Ärzten sowie in den Gesundheitsämtern zu erhalten.

Scheffler rät vor allem Risikogruppen, sich mindestens einmal jährlich gegen Grippe impfen zu lassen. Dazu zählten Menschen über 60, chronisch Kranke und Schwangere. Ebenfalls betroffen sind Personen, die täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, etwa Lehrer, Beschäftigte in Kitas oder medizinisches Personal in Kliniken und Heimen.

Die schwere Grippewelle der vergangenen Saison habe „vor allem ältere Menschen stark getroffen“, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. „Leider sind gerade bei den Senioren die Impfquoten mit rund 35 Prozent besonders niedrig“, bedauert RKI-Präsident Prof. Lothar H. Wieler.

Durch Grippeimpfungen könnten jedoch viele Erkrankungsfälle und schwere Verläufe verhindert werden. Für eine Grippe-Schutzimpfung ist nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales MV (Lagus) jetzt die beste Zeit. Die Gefahr, an einer Grippe zu erkranken, ist in der nasskalten Jahreszeit am größten, also etwa von Oktober bis April. Die Entwicklung der bevorstehenden Grippesaison lasse sich laut der Behörde „nicht seriös vorhersagen“. Die vergangene Saison habe im Nordosten vergleichsweise früh begonnen und sei „relativ stark ausgeprägt“ gewesen. Damals waren dem Lagus MV knapp 3800 bestätigte Grippe-Erkrankungen gemeldet worden. Sieben Menschen seien an der Influenza gestorben. Dabei sei „grundsätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen“, heißt es aus der Behörde. In der Saison 2015/2016 habe es zwei Todesfälle und rund 4050 Erkrankungen gegeben, zuvor drei Todesfälle und knapp 2500 Erkrankungen.

Zu der Frage, welche Impfung die beste ist, gibt es derzeit wieder Diskussionen. Laut RKI kann die Impfung mit einem trivalenten oder tetravalenten Influenza-Impfstoff erfolgen, also mit drei bzw.

vier Komponenten. Dabei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen allerdings in der Regel nur die Kosten für den Dreifach-Impfstoff. Denn dafür haben die Kassen mit den Pharmafirmen einen Rabatt ausgehandelt. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands sei der Dreifach-Impfstoff ausreichend. Zudem sei wissenschaftlich nicht geklärt, ob der vierstämmige Impfstoff besser sei.

Ausnahmen gebe es für Patienten mit schwersten chronischen Erkrankungen wie Aids oder Krebs, erklärt der Sprecher der AOK Nordost, Markus Juhls. In den Fällen würden die Kassen die Kosten auch für einen Vierfach-Impfstoff übernehmen, vorausgesetzt der Arzt empfiehlt es. Wer hingegen auf eigenen Wunsch den vierfachen Schutz haben möchte, müsse die Differenz zum Dreifach-Impfstoff aus eigener Tasche bezahlen. Der Vierfach-Impfstoff kann bis zu 35 Euro kosten.

Axel Meyer und Juliane Lange

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