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MV aktuell Kokain bei Aldi in MV: 500 Kilo in Bananenkisten
Nachrichten MV aktuell Kokain bei Aldi in MV: 500 Kilo in Bananenkisten
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21:40 03.04.2019
Ein Zollbeamter zeigt beschlagnahmtes Kokain. (Archiv) Quelle: dpa
Rostock

Es ist der größte Kokain-Fund aller Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern: Am Mittwoch fanden Mitarbeiter in sechs Filialen der Discounterkette Aldi in MV sowie im Aldi-Auslieferungslager in Bananenkartons neben den Früchten auch zahlreiche Päckchen mit dem Rauschgift. Laut Anna Lewerenz, Sprecherin des Landeskriminalamtes MV, gehe es um 500 Kilo Kokain.

Der Wert des Schmuggelgutes? Lasse sich derzeit noch nicht genau beziffern: Dazu müsse zuvor „die Reinheit des Kokains bestimmt werden“, so Lewerenz weiter. Zudem sei der Marktwert davon abhängig, ob der Stoff an Zwischenhändler oder direkt an Endkunden verkauft werden sollte. Auf jeden Fall liege der Wert im Millionen-Euro-Bereich. Die Drogen seien jetzt beim LKA sicher verwahrt.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Rostock hat ein Ermittlungsverfahren wegen Einfuhrschmuggels von Kokain aus Lateinamerika eingeleitet.

Ein Aldi-Sprecher bestätigte den Fund gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen und in Absprache mit Polizei und Staatsanwaltschaft wolle er sich jedoch nicht zu Details äußern.

Etwas gründlich schief gegangen

Der Lieferweg der Drogen sei noch nicht endgültig geklärt, betont Anna Lewerenz. Beim Transport muss es jedoch eine größere Panne gegeben haben, vermutet die LKA-Sprecherin. Die Bananen seien auf dem Seeweg geliefert worden, über welchen Hafen ist nicht bekannt. „Normalerweise werden geschmuggelte Drogen bereits im Hafen abgezweigt.“ Das sei hier wohl gründlich schief gegangen.

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Bereits im Frühjahr 2018 waren im Warenlager der Handelskette Edeka in Valluhn (Landkreis Ludwigslust-Parchim) rund 110 Kilogramm Kokain in Kisten mit Ananas entdeckt worden. Es war einer der bis dahin größten Rauschgiftfunde im Nordosten. Die Drogen hatten einen Marktwert von mehr als fünf Millionen Euro. Sie stammten aus Costa Rica.

Immer wieder größere Kokainladungen

Der Schwarzmarktpreis für ein Gramm oft gestrecktes Kokain im Einzelverkauf liegt in Europa etwa zwischen 40 und 90 Euro.

In Deutschland werden immer wieder größere Kokainladungen in Frachtsendungen aus Südamerika abgefangen – häufig in Obstkisten oder Kaffeeladungen. Im vergangenen Jahr beschlagnahmte allein der Hamburger Zoll insgesamt rund viereinhalb Tonnen der Droge. Eine Gesamtmenge für 2018 liegt laut Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden noch nicht vor.

2017 haben Zoll und Polizei bundesweit so viel Kokain sichergestellt wie nie zuvor: Das BKA verzeichnete einen Rekordwert von 8,1 Tonnen (2016: 1,9 Tonnen) in Deutschland. Allein bei drei Funden im Hamburger Hafen Anfang 2017 wurden innerhalb von drei Monaten 3,8 Tonnen Kokain sichergestellt.

Großteil des Kokains stammt aus Kolumbien

Auch in anderen europäischen Staaten werden teils erhebliche Mengen Kokain entdeckt. Antwerpen (Belgien) und Rotterdam (Niederlande) gelten als Haupteinfallstore nach Europa. 2017 wurden allein im Antwerpener Hafen rund 42 Tonnen Kokain sichergestellt, informiert das BKA. Europol geht davon aus, dass jährlich rund 130 Tonnen Kokain nach Europa gelangen.

75 Prozent des weltweit sichergestellten Kokains stammt aus Kolumbien und wurde von dort und über benachbarte Transitstaaten nach Europa und in die USA geschmuggelt, so das BKA.

2017 wurden bundesweit mehr als 3500 Kokain-Dealer enttarnt. Rund 42 Prozent der Tatverdächtigen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, gefolgt von Türken, Albanern und Libanesen.

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Juliane Schultz / Thomas Luczak