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Großes Interesse an German Pellets

Wismar Großes Interesse an German Pellets

130 Unternehmen haben sich bei der Insolvenzverwalterin gemeldet / Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Wismar. Für den insolventen Brennstoffverarbeiter German Pellets in Wismar soll es eine Zukunft geben. Dies jedenfalls legt die Anzahl der Interessenten am Pellet-Hersteller nahe. Seit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 10. Februar haben sich etwa 130 Bewerber bei der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde von der international agierenden Kanzlei White & Case gemeldet.

„Die große Anzahl der Interessenten ist sehr erfreulich“, sagt Wolfgang Weber-Thedy, Sprecher der Insolvenzverwalterin. Es hätten sich sehr qualifizierte Bewerber gemeldet. Zu ihnen zählten Finanzinvestoren und Industrieunternehmen aus der Holzverarbeitung. „Am besten wäre die Weiterführung des Unternehmens unter neuer Regie“, sagt Weber-Thedy.

Das German-Pellets-Werk gehört zum Holz-Cluster in Wismar. Der ist ein Zusammenschluss von Firmen, die Holz verarbeiten. Ob unter den Interessenten an German Pellets auch Unternehmen des Holz-Clusters sind, dazu wollte sich Weber-Thedy nicht äußern. „Was die Namen der Bewerber betrifft, sind wir zu striktem Stillschweigen verpflichtet“, sagt er.

Zum Wismarer Holz-Cluster zählen neben German Pellets unter anderem die Unternehmen Egger Holzwerkstoffe Wismar und Ilim Nordic Timber. Auf die OZ-Anfrage, ob die Firmen Interesse an einer Übernahme von German Pellets angemeldet haben oder ob sie sich dies vorstellen können, antworteten beide Unternehmen nicht.

Dass die Pleite von German Pellets den Holz-Cluster oder einzelne Betriebe in Gefahr bringen könnte, wird aus dem Wismarer Rathaus „absolut“ verneint. „Die Betriebe im Holz-Cluster sind sehr erfolgreich, es ist nicht zu befürchten, dass durch German Pellets eine Krise entsteht“, erklärt Marco Trunk, Sprecher der Hansestadt. Arbeitsplätze seien nicht gefährdet.

Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock gegen Geschäftsführer Peter Leibold und andere verantwortliche Mitarbeiter wegen veruntreuender Unterschlagung, Insolvenzverschleppung sowie Bankrottstraftaten. Die Aussagen der Staatsanwaltschaft könne sie nicht kommentieren, erklärt eine Sprecherin von German Pellets.

Für die Gläubiger des Unternehmens kommen indes Hiobsbotschaften aus den USA. Dort war für die Tochterfirma German Pellets Louisiana sowie für die konzernnahe Louisiana Pellets bereits im Februar Insolvenz und Gläubigerschutz angemeldet worden.

Die Löhne und Gehälter für die 281 Beschäftigten in Wismar sind durch Insolvenzgeld der Arbeitsagentur bis Ende März gesichert.

Von Bernhard Schmidtbauer

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