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Grüne: Brodkorb könnte noch 500 Lehrer einstellen

Schwerin Grüne: Brodkorb könnte noch 500 Lehrer einstellen

Im Bildungshaushalt wurden 25 Millionen Euro für Personalkosten nicht ausgegeben / Minister widerspricht: MV setze heute über 100 Millionen Euro mehr ein als 2010

Schwerin. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) spart nach Ansicht der Grünen an der falschen Stelle: Das Ministerium habe für Lehrergehälter an den Schulen des Landes 2015 erneut gut 40 Millionen Euro weniger ausgegeben als im Haushalt vorgesehen. „Es reicht nicht, öffentlichkeitswirksam zusätzliche Millionen in den Bildungshaushalt einzustellen –

entscheidend ist, dass die Mittel dann auch verwendet werden“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ulrike Berger.

Sie fordert nun, mit dem Geld geplante Einstellungen von Lehrern vorzuziehen. „2015 hat das Land nur 232 Lehrkräfte neu eingestellt. Ab 2020 wird der Bedarf aber auf bis zu 800 Lehrkräfte pro Jahr hochschnellen – und niemand weiß, wo wir dann so viele neue Lehrer auf einmal herbekommen sollen.“

Daher wäre es klug, bereits jetzt möglichst viele Einstellungen zu realisieren, sagte Berger. Das Geld sei ja da: „40 Millionen Euro Minderausgaben bei den Lehrergehältern entsprechen mehr als 500 Vollzeitstellen.“ Die Gesamtersparnis im Etat des Ministeriums lag laut Berger bei 26,5 Millionen Euro. „Das würde immerhin noch für 350 Stellen reichen.“

Diese vorzeitig eingestellten Lehrkräfte könnten unter anderem zur Senkung des Unterrichtsausfalls beitragen. Hier gebe es großen Handlungsbedarf, betonte Berger. „Immerhin verzeichneten einzelne Schulen im ersten Halbjahr dieses Schuljahres Ausfallquoten bis zu 12,2 Prozent.“

Brodkorb widersprach der Darstellung der Grünen. „Die Behauptung, in der Bildung würde gespart, ist falsch. In den letzten Jahren hat die Zahl der Lehrerstellen um rund 900 zugenommen.“ Das Land gebe heute für Lehrer mehr als 100 Millionen Euro mehr aus als noch im Jahr 2010.

„Tatsächlich sinken aber teilweise die Kosten je Lehrkraft, da wir in den letzten Jahren vor allem viele junge Lehrer gewinnen konnten, die anfangs weniger verdienen als ihre älteren Kollegen“, erklärt Brodkorb die übriggebliebenen Millionen. „Die so entstehenden Spielräume können wir nun nutzen, um Stellen frühzeitig auszuschreiben. Damit soll einerseits die Flüchtlingsbeschulung weiter gut gemeistert und gleichzeitig Vorsorge für die Zukunft getroffen werden“, so der Minister. „Wir tun also bereits längst das, was Frau Berger fordert.“

Diese bleibt aber dabei, dass das Budget nicht effizient genug eingesetzt werde: „Erst seit Verkündung des 50-Millionen-Euro-Pakets für Bildung bleiben Millionenbeträge liegen. In den Jahren davor wurde der Bildungsetat immer voll ausgeschöpft“, sagte Berger.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Simone Oldenburg, wünscht sich angesichts der Zahlen Änderungen im Bildungshaushalt. Statt Vertretungslehrer aus den „Resten“ des Personalkostenbudgets zu finanzieren, spricht sie sich für ein eigenes Vertretungsbudget in Höhe von 23 Millionen Euro aus. „Dann hätten wir eine sichere Basis zur Finanzierung von Vertretungsstunden und müssten nicht darauf hoffen, dass an anderer Stelle etwas übrigbleibt.“

Axel Büssem

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