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Grüne: Radler sollen bei Rot über die Ampel fahren dürfen

Rostock Grüne: Radler sollen bei Rot über die Ampel fahren dürfen

Vorschlag stößt auf Zustimmung und Skepsis/ Nötig wäre ein neues Verkehrszeichen

Rostock. Bei Rot über die Ampel – das will der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek Radfahrern erlauben. Sein Vorschlag: Wird niemand behindert, dürfen Radler die Straße überqueren. Die Ampel wird zu einer Art Stoppschild. Die Radler müssten zwar erst anhalten, „dürften dann aber weiterfahren, falls es der Verkehr erlaubt“, so Janecek. So könne vor allem in größeren Städten der Radverkehr schneller gemacht werden.

 

OZ-Bild

Greifswald streitet seit Jahren über Diagonalquerung

Radfahrern das Leben leichter machen, das steht auch in Greifswald auf der Agenda: Seit Jahren wird diskutiert, ob die Europakreuzung eine sogenannte Diagonalquerung bekommen soll. Die könnte Radlern ermöglichen, die Kreuzung in einem Zug zu queren, anstatt zwei Fußgängerampeln zu nutzen.

In Paris gibt es bereits rund 2000 rot-befreite Ampeln. Schilder zeigen an, wo man bei Rot rechts abbiegen und an T-Kreuzungen geradeaus fahren darf. Damit seien laut Janecek gute Erfahrungen gesammelt worden – genau wie im US-Bundesstaat Idaho. Die Unfallzahlen würden sinken, alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Den Präsidenten der Landesverkehrswacht MV, Hans-Joachim Hacker, überzeugt das nicht: „Radfahrern darf kein Freibrief ausgestellt werden“, sagt er. Wie Fußgänger und Autofahrer müssten sie sich an geltendes Recht halten und das beinhalte das Stehenbleiben an roten Ampeln. „Das ist nicht ohne Grund so, sondern weil aus der anderen Richtung jemand kommen kann – dann kann es gefährlich werden“, betont Hacker. Statt Rotfahrten zu erlauben, sollte eine Ampel lieber ganz abgeschaltet werden, wenn sie „eher ein Hindernis für den fließenden Verkehr ist“.

Zurzeit werden Radler für das Überqueren einer roten Ampel mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei bestraft. Zudem müssen sie 60 Euro Strafe bezahlen und bis zu 180 Euro, wenn sie dabei einen Unfall verursachen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) würde Radfahrern das Passieren roter Ampeln indes erlauben – jedoch nur beim Rechtsabbiegen. Das ist in Deutschland bisher Autofahrern mit dem grünen Pfeil vorbehalten. Werde das auch Radlern erlaubt, würde das nicht nur den Verkehrsfluss erhöhen, sondern die Sicherheit fördern. „Radfahrer müssten nicht eng gequetscht zwischen und neben Pkw stehen, keine Abgase einatmen“, sagt der Landesverbandsvorsitzende Steffen Burkhardt. In den Niederlanden, Frankreich und Belgien habe sich das freie Rechtsabbiegen bewährt. Auch während eines Pilotversuches in der Schweiz hätten Radfahrer die neue Möglichkeit rege genutzt. Es sei zu keinen Unfällen gekommen, es hätte weniger Konflikte mit Autofahrern gegeben. Nach Ansicht des ADFC sei allerdings ein neues Verkehrszeichen nötig. „Eine Verwendung des Grünpfeils scheidet aus, weil das neue Abbiegerecht nur für den Radverkehr und ohne Anhaltepflicht vor dem Abbiegen gelten soll“, heißt es in einer Stellungnahme.

Stattdessen solle ein Verkehrszeichen eingeführt werden, das sich in Frankreich und Belgien etabliert hat – ein dreieckiges Schild, das dem Zeichen für „Vorfahrt gewähren“ ähnelt, aber ein Fahrrad in der Mitte hat. Seite 2

Kerstin Schröder

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