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Grüne warnen vor Schulschließungen

Schwerin Grüne warnen vor Schulschließungen

Minister Brodkorb lässt Schülerbeförderung im Land prüfen – Eltern für Einheitlichkeit

Schwerin. Ein neuer Streit über die drohende Schließung von Schulen ist in MV entbrannt. Die Grünen werfen Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) vor, durch die Hintertür Standorte streichen zu wollen. Aufhänger ist eine Studie zur „Optimierung der Schülerbeförderung“. Streitpunkt: Das Ministerium will per Analyse auch wissen, wie sich die Schulwegzeiten in Zukunft verändern – „unter Berücksichtigung gegebenenfalls erforderlicher Aufhebungen von Schulen“.

 

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Ulrike Berger, Grüne

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„Das ist ein Skandal“, sagt Ulrike Berger, Landtagsabgeordnete der Grünen. Noch vor einer Woche habe Brodkorb im Landtag erklärt, Schulschließungen seien kein Thema. „Nun kommt heraus, dass die Landesregierung längst Planungen für kommende Schulschließungen in der Tasche hat“, so Berger. Die Grünen hatten mehrfach schlechte Schülerbeförderung und fehlenden finanziellen Ausgleich für Eltern kritisiert und die Stärkung von Schulstandorten gefordert. Berger legt nach: Die Mindestschülerzahl bei Eingangsklassen an Grundschulen müssten in MV abgesenkt werden. Derzeit lägen sie bei 20 an Grundschulen, in anderen Bundesländern dagegen etwa bei 15. Berger: „Ausgerechnet das am dünnsten besiedelte Bundesland hat besonders hohe Schülermindestzahlen.“ Das müsse sich ändern, da Schulwege sowieso schon zu lang seien. Vom Minister erwarte sie „keine Schließungsszenarien, sondern Konzepte und Maßnahmen für den Erhalt der Standorte“. Denn die Zahl der Schüler steige wieder.

Brodkorb lässt die Vorwürfe zurückweisen. Ziel der Studie sei es, „ein Instrument zur bestmöglichen Schulentwicklungsplanung und zur Planung des Schülerverkehrs aufzubauen“, so ein Sprecher. Dies solle kreisübergreifend ermöglicht werden, um lange Schulwege zu vermeiden, und gehe auf einen Antrag von SPD und CDU im Landtag zurück. Schulschließungen seien nicht geplant. Im Übrigen gebe es schon bei vielen Grundschulen Ausnahmeregeln von der Mindestschülerzahl. Das Ministerium hatte das Gutachten zur Schülerbeförderung 2014 in Auftrag gegeben. Kosten: 24000 Euro.

Doch vor 2017 seien keine Ergebnisse zu erwarten. Für eine Absenkung der Hürden für Schulen spricht sich auch Claudia Metz vom Landeselternrat aus. „Die Standorte müssen erhalten bleiben.“ Kritisch sieht sie das Thema Schülerbeförderung im Land, weil es eben in jedem Landkreis anders funktioniere – „oder gar nicht“. Metz: „Wir fordern landesweite Einheitlichkeit.“

Frank Pubantz

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