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Grüner Pfeil für Radler: „Abwegig“

Grüner Pfeil für Radler: „Abwegig“

Viele Leser lehnen Idee der Bündnisgrünen ab / Radfahrer sollten sich erstmal an bestehende Regeln halten

Schwerin. Die Bündnisgrünen fordern einen grünen Pfeil, der Radlern an roten Ampeln das Rechtsabbiegen erlaubt, wenn es der Verkehr zulässt. Bislang droht Radfahrern ein Bußgeld bis zu 180 Euro und mindestens ein Punkt in der Verkehrssünderkartei, wenn sie bei Rot über eine Kreuzung radeln. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in MV hält so ein Sonderzeichen für sinnvoll. Es würde den Verkehrsfluss verbessern und für mehr Gleichberechtigung sorgen. Der ADAC hingegen lehnt den Vorstoß ab. Es drohe ein noch dichterer Schilderwald. Die Leser der OSTSEE-ZEITUNG diskutieren über die Idee sehr kontrovers, die meisten lehnen sie ab: Ihrer Meinung nach halten sich viele Radfahrer nicht an die Gesetze.

So sieht das Werner Kindler : „Der Verband der Radfahrer ist für mehr Gleichberechtigung im Straßenverkehr. Ich auch. Härter durchgreifen gegen die radfahrenden Rüpel, die alle gesetzlichen Regeln missachten.“ Wenn alles nicht helfe, müssten die Räder auch ein Kennzeichen erhalten. Dietrich Bussler entgegnet: „Richtig! Mehr Kontrolle, mehr Strafen. Das ist immer wichtiger.“ Allen ein GPS einpflanzen und an den Totalkontrollcomputer anschließen. Rüpel gebe es in allen Arten von Fortbewegungsmitteln. „Meist sind die Hart-durchgreifen-Forderer die Übelsten.“ Auch Michael Klingsiek schimpft auf die Radfahrer: „Wie viele Unfälle passieren, weil diese Raudis verkehrt auf Radwegen unterwegs sind.“ Rene Fulczynski nennt die Idee klassischen grünen Populismus. „Sie müssen halt ihre Wähler ab und zu mit ureigenen Themen befriedigen – ob das Sinn macht, ist doch egal. Die wenigsten Radfahrer halten sich im Straßenverkehr an Ver-und Gebote.“

Dagegen meint Sören Möller an die Nutzer der Facebook-Seite der OZ: „Einige hier sollten mal probieren, nicht alle Leute über einen Kamm zu scheren.“ Ja, es gebe Radfahrer, die Verkehrsregeln ignorieren, die auf Fußgängerwegen fahren, die rote Ampeln ignorieren. Jedoch: „Heute morgen, auf meinem 20-minütigen Arbeitsweg, haben mir allerdings fast zwei Autos die Nase abgefahren, weil sie schnell noch bei Knallrot über die Ampel sind. Und nicht-blinkende Autofahrer zähle ich schon gar nicht mehr.“

Für Mirko Kreuter ist etwas anderes wichtiger: „Sie sollen lieber den grünen Pfeil für Autos wieder verstärkt anbringen. Der gilt dann auch für Radfahrer, wenn der Radweg neben der Straße verläuft. Er bezweifelt, dass die Radfahrer wirklich bei Rot anhalten und dann weiterfahren, wie vorgeschrieben. Dennis Hübner fragt: „Was ist mit dem guten alten Fahrradweg? Radfahrer auf der Straße behindern nur den Verkehr!“ Die müssten von der Straße runter. Andreas Böckler stimmt ihm zu: „Radfahrer machen doch größtenteils sowieso was sie wollen. Was soll denn da ein grüner Pfeil?“ Er beobachte häufig, dass Radfahrer rote Ampeln überqueren. Johann Georg gibt zu bedenken: „An die Fußgänger denkt niemand. Von Kampfradlern auf dem Bürgersteig bedroht, wird man jetzt auch noch von Rechtsabbiegern über den Haufen gefahren.“ Eberhard Kalus findet die Forderung „abwegig“. Ebenso Steffen Philip : „Gibt es keine anderen Probleme, die gelöst werden müssen, als so ein grüner Pfeil?“, fragt er.

Für Facebook-Nutzer Flo Fawkes macht die Grünen-Idee Sinn: „Was spricht denn dagegen? Wir gehen ja erstmal davon aus, dass sich jeder an die StVO hält. Ich finde schon, dass das Sinn macht.“

Bernhard Schmidtbauer

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