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„Grusel-Clowns“: Idioten und Spinner

„Grusel-Clowns“: Idioten und Spinner

Vermummte Angreifer müssen mit Gegenwehr rechnen / Für viele Leser ist dies als Notwehr gerechtfertigt

Rostock. Die Serie von Attacken durch sogenannte Grusel-Clowns reißt nicht ab. Aus Rostock, Hagenow, Greifswald, Anklam und Pasewalk meldet die Polizei Vorfälle. In Berlin gab es jetzt bei einem Angriff sogar einen Schwerverletzten: Ein 14-Jähriger hat einen „Horror-Clown“ mit einem Messer niedergestochen, der Angreifer war der 16-jährige Nachbar. Vor Halloween droht die Lage weiter zu eskalieren: Im Internet wird zur Selbstjustiz gegen die Maskierten aufgerufen, die Passanten erschrecken oder angreifen. Auf Facebook drohen Nutzer aus Rostock und Greifswald den Clowns mit Gewalt. Polizei und Staatsanwaltschaft warnen jedoch: Gewalt sei nur in Notwehr zulässig. Angreifer dürfen jedoch festgehalten werden, bis sie der Polizei übergeben werden können.

Zu der Messerattacke auf einen der Grusel-Clowns meint Ines Elze- Schönfisch auf der OZ-Facebook- Seite: „Tja, jeder, der so eine Maske trägt und loszieht, andere zu erschrecken, muss damit rechnen, dass seine Opfer sich wehren.“ Sie könne diese Clown-Deppen nicht wirklich bedauern. Susann Spröte erklärt: „Das war vorauszusehen, dass so was passiert.“ Würde Tony Stäge von einem dieser Vermummten bedroht, dann würde er „kein Messer nehmen, aber eine Abreibung, die sich gewaschen hat“, würde der Grusel-Clown von ihm bekommen.

Robert Schallock hat sich auch auf einen Angriff vorbereitet: „Ich habe mein Klappmesser dabei, wenn ich morgens aus dem Haus geh’.“ Wegzulaufen und die Polizei zu rufen, davon halte er nichts. Die Angreifer würden dann sowieso nicht gefasst.

Für Martin Buttkus ist die Sache bei einer Attacke klar: „Ich muss von einer Notwehrsituation ausgehen, wenn jemand mit Messer oder Motorsäge auf mich zuläuft. Dann warte ich nicht erst ab, bis er mich verletzt.“ Ingo Mueller sagt dazu: „Notwehr ist erlaubt, mit einem Angriff machst wiederum Du Dich strafbar.“ Martin Buttkus antwortet: „Du kannst auch Nothilfe leisten, wenn andere bedroht werden. Wobei das natürlich alles verhältnismäßig sein muss. „Wenn der ,Clown’ zuschlägt, ist das auch nicht in Ordnung“, schreibt Thomas Le . Durch Notwehr dürfe das Gegenüber keinen Schaden nehmen. In Berlin hatte der „Clown“ immerhin einen Hammer. Zur Abwehr des Angreifers mit einem Messer hat Mark Holzer

eine andere Meinung: „Erschreckend, wie hier von vielen ein versuchter Totschlag toleriert wird.“

„Selbstjustiz geht gar nicht“, meint dagegen Ralf Fredy Horst . Diejenigen, die andere Menschen mit diesen Gruselmasken schocken wollen, seien allerdings gut beraten, diesen Unfug zu unterlassen. „Es muss nicht erst Tote geben“, betont er. Adina Wünsche-Zachow empfiehlt: „Die Clown-Spinner brauchen nur die Masken im Schrank zu lassen und schon passiert ihnen nichts. Es weiß doch niemand, wer die wirklich sind.“ Die Angreifer seien selbst schuld, sie müssen mit Gegenwind rechnen.

Eifrig diskutieren die Facebook- Nutzer über geeignete Methoden, möglichen Angriffen von „Grusel- Clowns“ zu begegnen. „Dafür hab’ ich Hunde“, sagt Eric S. Markus . „Mal ehrlich, wenn so ein Idiot auf mich und meine Schäferhundmischlinge zustürmt, dann ist da nicht mal bunte Knete im Schädel.“ Sandra Doneiski stimmt ihm zu: „Genau, so muss das laufen. Ich würde mich wehren und vor allem mein Kind vor solchen Spinnern schützen.“ Christina Schneider sei zum Glück noch nichts passiert. „Aber ich werde mich natürlich wehren“, sagt sie.

Ebenso wie Michael Kasprzok , der sich eine Attacke nicht gefallen lassen will.

Die Polizei sollte stärker präsent sein, fordert Micha Wolf . „Es passiert erst etwas, wenn es zu spät ist. Leider ist es so mit der Gesetzeslage.“ Anja Feldhege

kritisiert: „Die Polizei rät, keine Clownskostüme an Halloween zu tragen.“ Warum gebe es dann in bestimmten Supermärkten solche Clownsmasken zu kaufen? Auch für Anett Beran Kegel

stellt sich eine Frage: „Warum verbietet man nicht diese Gruselclowns einfach unter Strafandrohung? Vielleicht besinnt sich dann so mancher von diesen Spinnern.“

• Interaktive Karte: Hier wurden Grusel-Clowns in MV gesichtet: www.ostsee-zeitung.de/Gruselclowns

Bernhard Schmidtbauer

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