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Gruseliger Axt-Mord von 1770 kommt ans Tageslicht

Neubrandenburg Gruseliger Axt-Mord von 1770 kommt ans Tageslicht

Ausgrabungen in Neubrandenburg: Skelette der Opfer gefunden / Rekonstruktion des Falls durch einen glücklichen Zufall möglich

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Skelette wurden bei der Räumung eines Friedhofs entdeckt.

Quelle: NDR

Neubrandenburg. Man fühlt sich ins finsterste Mittelalter zurückversetzt: In Neubrandenburg sind die knöchernen Zeugnisse einer historischen Bluttat entdeckt worden. Eine Tagelöhnerin hatte im Jahr 1770 eine Mutter und ihre drei kleinen Kinder mit der Axt erschlagen und war dafür selbst brutal hingerichtet worden. Jetzt wurden die Skelette der Opfer ausgegraben.

 

OZ-Bild

Skelette wurden bei der Räumung eines Friedhofs entdeckt.

Quelle: NDR

Die Gerichtsakte des Falls ist durch einen glücklichen Zufall erhalten geblieben. Sie war lange vor dem Brand des Stadtarchivs am Kriegsende 1945 an das städtische Museum übergeben worden und entging so der Vernichtung, berichtet Stadtsprecher Sebastian Welzel.

Die Geschichte des Mordes verursacht noch heute Gänsehaut: Die Witwe eines Papiermachers hatte viel Geld gespart und in einer Dose versteckt, berichtet der NDR. Das hatte eine Tagelöhnerin mitbekommen, die in Diensten der Witwe stand. Sie wollte das Geld stehlen, doch es war gut versteckt und wer zum Versteck wollte, musste über knarrende Holzstufen gehen, was verräterischen Lärm gemacht hätte. Also fasste die Tagelöhnerin kurzerhand den Entschluss, die Familie zu töten.

Das tat sie dann auch auf bestialische Weise in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1770. 70 Mal schlug sie mit einer Axt auf die Frau und die Kinder ein. Dann nahm sie das Geld und floh.

Wenig später wurde die Mörderin im nahen Anklam gefasst. Das nicht weniger brutale Urteil: Tod durch Rädern auf dem Neubrandenburger Galgenberg. „Es war das letzte öffentlich vollzogene Todesurteil in der Region“, sagt Welzel. Doch der Henker schaffte es nicht auf Anhieb, die Frau mit der Foltermethode zu töten. Am Ende musste der Frau noch ein Nagel durch den Kopf getrieben werden. Wo ihre Überreste begraben liegen, ist nicht bekannt.

Ans Tageslicht kamen die Knochen bei der Untersuchung eines alten Friedhofs. „Es war bekannt, dass die Familie dort begraben liegt“, sagt Welzel. Unter den rund 2000 dort gefundenen Skeletten konnten die Opfer der brutalen Tat anhand der Axtspuren auf den Knochen identifiziert werden. Die Skelette sollen nun genauer untersucht werden. Danach werde entschieden, ob sie eingelagert oder beigesetzt werden, erklärt Welzel.

Bislang wurde das Gelände des früheren Friedhofs als Parkplatz genutzt. Nun soll dort ein Hotel entstehen. Es gibt bereits Ideen, wie den Gästen später einmal die Geschichte des Ortes nähergebracht werden soll. Axel Büssem

OZ

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