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Gute Geschäfte für Rostock: Papierumschlag verdreifacht

Rostock Gute Geschäfte für Rostock: Papierumschlag verdreifacht

Das finnische Unternehmen UPM hat dem Seehafen 70 neue Stellen verschafft / Jährlich werden rund 800 000 Tonnen an den Kaikanten abgefertigt

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Hafenarbeiter Karl-Heinz Wetzel holt mit einer Zugmaschine riesige Papierrollen aus einem finnischen Frachter.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal

Rostock. Hafenarbeiter Karl-Heinz Wetzel sitzt hinterm Lenkrad einer Zugmaschine. Mit der zieht er tonnenschwere Rolltrailer mit Papierrollen aus dem Rumpf eines finnischen Frachters. Der hat gerade wieder Nachschub gebracht – von der Firma UPM. Der Papierhersteller und andere Firmen sorgt für vier volle Hallen im Rostocker Überseehafen und für Erweiterungspläne. „Die Lagerkapazitäten reichen nicht aus, deshalb wollen wir eine weitere Halle bauen“, sagt Günter Fett, Geschäftsführer der Euroports Germany GmbH. Deren Tochterunternehmen, die Euroports Papier-, Lager- und Umschlagsgesellschaft, schlägt im Monat zwischen 60 000 und 65 000 Tonnen Papier sowie mehr als 50000 Tonnen Zellulose pro Jahr um – vor allem für UPM.

Jahrelang hat der finnische Papierproduzent drei Häfen in der südlichen Ostsee angesteuert – Lübeck, Rostock und Gdynia in Polen. Anfang 2015 ist der gesamte Umschlag in Rostock konzentriert worden.

Dadurch hat sich die Menge, die in der Hansestadt über die Kaikanten gehen, von ehemals 220000 Tonnen mehr als verdreifacht. „Das zu managen, war eine Herausforderung“, betont Günter Fett. 70 neue Mitarbeiter seien allein für dieses Geschäft eingestellt und aufwendig geschult worden. Denn vor allem der Umschlag von Rollen hat es in sich: Üben die Gabelstapler-Fahrer mit den Klammern einen zu hohen Druck auf die Ware aus, könnte diese beschädigt werden. Ist der Druck zu gering, rutscht die Rolle aus der Klammer. Im schlimmsten Fall könnte die Ware dann nicht mehr ausgeliefert werden.

Und das würde teuer werden. „Wir bekämen zwar den Altpapier-Preis fürs Recycling, würden aber trotzdem auf einem hohen wirtschaftlichen Schaden sitzen bleiben“, bestätigt Günter Fett. Dank der intensiven Aus- und Weiterbildung des Personals komme das aber so gut wie nie vor.

Zwischen 100 und 120 Lastkraftwagen werden jeden Tag mit Papier gefüllt. Die Beladungszeit dauert meist zwischen 60 und 80 Minuten. „Ziel ist es, nie länger als zwei Stunden für eine Beladung zu benötigen“, betont der Geschäftsführer.

Lkw-Fahrer Fred Lewerenz kommt im Hafen jedenfalls mächtig ins Schwitzen. Mit viel Körpereinsatz und natürlich auch technischen Hilfsmitteln muss er die mächtige Ladung in den Anhänger schieben.

Stück für Stück, bis er ganz gefüllt ist. Bis zu sieben Tonnen schwer und 4,32 Meter breit können die Papierrollen sein. Die Speditionen beliefern unter anderem Kunden in Deutschland, Polen und Italien. Auch mit Papier gefüllte Züge rollen vom Hafengelände. Beladen werden sie unter anderem auf überdachten Gleisanlagen.

Seit 2015 werden darüber hinaus unbegleitete Semitrailer mit Papier beladen und mit den zwei blau-roten Portalkränen auf die bestehenden Zugsysteme verladen. Jeder Portalkran wiegt 500 Tonnen, ist 35 Meter hoch und hat eine Spannweite von 76,5 Metern. Sie stehen auf Pier 1, direkt neben einer Kaihalle der Euroports Papier-, Lager- und Umschlagsgesellschaft. Die beschäftigt zurzeit 100 Mitarbeiter.

Verarbeitet wird das Papier, das in Rostock ankommt, unter anderem zu Zeitungen, Katalogen und Zeitschriften. Außerdem nutzen es viele Supermärkte, um ihre Aktionsware – wie zum Beispiel Kopierpapier – anzubieten. Neben dem finnischen Großkunden UPM, der einen mehrjährigen Vertrag mit Euroports geschlossen hat, werden etwa 150 000 Tonnen für andere Kunden im Hafen umgeschlagen. „Auch dieses Aufkommen steigt“, freut sich der Geschäftsführer.

Seit 1991 gibt es den Papierumschlag an der Warnow. Den Anfang hat damals das Unternehmen Warico gemacht, seit 1996 ist UPM der größte Kunde. 2004 sind in Rostock schon einmal 570000 Tonnen umgeschlagen worden. „Wir freuen uns, dieses Niveau nicht nur wieder erreicht, sondern sogar überschritten zu haben. Auch die Exporte in die USA, die wir seinerzeit hatten, sind jetzt wieder aktuell“, berichtet Günter Fett.

Kerstin Schröder

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