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MV aktuell Guter Service als Risiko? Hotel-Rezeption in Dierhagen überfallen
Nachrichten MV aktuell Guter Service als Risiko? Hotel-Rezeption in Dierhagen überfallen
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00:05 21.06.2016
Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes MV Quelle: Frank Söllner

Auf solche Gäste kann man gut verzichten: Unbekannte haben in Dierhagen (Kreis Vorpommern-Rügen) ein Hotel überfallen und sind unerkannt entkommen. Unter Androhung von Gewalt erbeuteten zwei Räuber vom Nachtrezeptionisten mehrere tausend Euro, bevor sie in unbekannte Richtung flüchteten. Eine Dreiviertelstunde später wurde die Polizei alarmiert, weil im selben Ort versucht worden war, einen Geldautomaten im Vorraum einer Bank zu sprengen. Beute konnten die Täter aber nicht machen.

Rund-um-die-Uhr-Empfang als Qualitätsmerkmal

24 Stunden am Tag muss die Rezeption besetzt sein, damit ein Hotel mit fünf Sternen klassifiziert werden kann. Für vier Sterne reichen 16 Stunden, aber die Rezeption muss 24 Stunden erreichbar sein. Eine Rund-um-die Uhr-Erreichbarkeit ist auch Voraussetzung für drei Sterne, hier reicht allerdings eine 14-Stunden-Besetzung.

Der Überfall auf die Rezeption beunruhigt Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes MV: „Wir haben zuletzt eine Häufung von Tresor-Diebstählen aus Hotels festgestellt. Aber ein direkter Überfall auf das Empfangspersonal ist uns so noch nie begegnet. Das war ein Einzelfall und bleibt es hoffentlich auch.“

Das Problem: Im Nordosten gibt es besonders viele Vier- und Fünf-Sterne-Hotels. Und diese müssen ihre Rezeptionen bis spät abends oder sogar rund um die Uhr offenhalten, um ihren Sternen gerecht zu werden. Hinzu kommt, dass viele dieser Hotels zwar in idyllischer Landschaft stehen, aber dadurch auch recht abgelegen sind.

Woitendorf rät daher den Hoteliers, sich besser vor solchen Überfällen zu schützen: „Große Bargeldbestände und Wertsachen sollten für das Personal nicht zugänglich sein und das sollte auch durch ein Hinweis am Hoteleingang deutlich gemacht werden.“ Die Gäste müssten dann Verständnis dafür aufbringen, dass sie nachts keinen Zugriff auf ihre Wertgegenstände im Hotelsafe haben. Eine andere Schutzmaßnahme wären laut Woitendorf Zugangsbeschränkungen zum Hotel, so dass die Gäste klingeln müssten oder nur mit ihrer Zimmerkarte ins Haus kämen.

Woitendorf rät aber davon ab, die Rezeption nachts ganz zu schließen: „Gäste erwarten heute die Flexibilität, dass sie auch nachts anreisen können.“ Zudem müsse etwa bei medizinischen Notfällen Hilfe geleistet werden. „Daher wäre es falsch, die Hotels nachts in Festungen zu verwandeln.“

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga MV lädt jedes Jahr bei der Messe Gastro in Rostock gemeinsam mit dem Landeskriminalamt an einen Stand ein, an dem sich Hoteliers über Sicherheit informieren können. „Ich kann nur jedem raten, die Tipps, die dort gegeben werden, umzusetzen und sich bestmöglich zu schützen“, sagt Geschäftsführer Matthias Dettmann.

Seit Ende 2014 zieht sich eine Serie ungeklärter Tresor-Aufbrüche mit Dutzenden Fällen durch MV. Schwerpunkt ist die Region Rostock. Mitte Mai hatten Einbrecher in einem Restaurant in Kühlungsborn (Landkreis Rostock) einen 200-Kilo-Tresor aus der Wand gestemmt und zum Abtransport zwei Autos des Restaurants gestohlen. In Bad Doberan wurden gleich drei Hotels Opfer von Einbrechern.

Axel Büssem

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