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MV aktuell Bis zu zweieinhalb Jahre Haft wegen Drogenplantagen in MV
Nachrichten MV aktuell Bis zu zweieinhalb Jahre Haft wegen Drogenplantagen in MV
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19:30 29.10.2018
Die Hauptangeklagten Karsten G. (2. v. l.) und Michael D. (Blatt vor dem Gesicht) im Gerichtssaal Quelle: CORNELIUS KETTLER
Schwerin

Wegen jahrelangen Drogenanbaus in Mecklenburg sind zwei 44-jährige Männer am Montag in Schwerin zu zwei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die zweijährige Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die beiden waren die Hauptangeklagten in einem Prozess gegen insgesamt 15 Männer und Frauen. Sie hatten in den Jahren 2010 bis 2015 in Westmecklenburg sechs Cannabis-Plantagen aufgebaut und das Marihuana verkauft.

Bewährungsstrafen gegen Mittäter

Acht weitere Angeklagte im Alter zwischen 32 und 67 Jahren wurden als Mittäter verurteilt. Sie erhielten Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgeführt, da fünf Angeklagte – im Gegensatz zu den meisten jetzt Verurteilten – keine Geständnisse abgelegt haben. Neun der zehn Verurteilten hatten die Taten vor Gericht gestanden. Vorher war ihnen nach einer Absprache zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern jeweils eine Strafobergrenze zugesichert worden. Ein Angeklagter widersprach kurz vor Ende des Prozesses dieser Vereinbarung und stritt ab, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch – erfolglos.

Plantagen an mehreren Orten

Die beiden Haupttäter hatten zwischen 2010 und 2015 mit jeweils unterschiedlichen Komplizen und zeitlich versetzt in den westmecklenburgischen Orten Tarzow, Zickhusen, Friedrichshof, Vorwerk auf Poel, Bandenitz und Neuhof Cannabis-Plantagen aufgebaut. Die Pflanzen wurden etwa in einer alten Scheune, im Keller eines sanierungsbedürftigen Hauses und in einem leerstehenden Einfamilienhaus am Rand eines Dorfes gezüchtet. Allerdings gelang nicht in allen Plantagen die Aufzucht der Cannabis-Pflanzen. Dennoch konnten einem der Haupttäter Einnahmen in Höhe von knapp 45 000 Euro nachgewiesen werden. Den Betrag muss er zusätzlich an die Staatskasse abführen.

Polizei ermittelte verdeckt

Nach halbjährigen verdeckten Ermittlungen verhaftete die Polizei im September 2015 einen Großteil der Angeklagten, die bis zu sechs Monate Untersuchungshaft verbüßten. Das Gericht berücksichtigte bei der Höhe der Strafen, dass zwischen den Festnahmen und dem Beginn des Prozesses mehr als drei Jahre vergangen sind. Einige Verteidiger bemängelten, dass die Verfahren gegen einige „Randfiguren“ nicht früher, schneller und kostengünstiger geführt worden seien. Das Verfahren fand wegen der zahlreichen Beteiligten nicht im Schweriner Landgericht, sondern im Goldenen Saal des Schweriner Justizministeriums statt. Jeder Angeklagte hatte zwei Pflichtverteidiger zugeordnet bekommen.

Iris Leithold