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Halb MV wird Testregion für neues Antennen-TV

Rostock Halb MV wird Testregion für neues Antennen-TV

In den Großräumen Rostock und Schwerin startet ab 31. Mai der Pilotbetrieb für das neue „Überallfernsehen“ DVB-T2 / Wer es sehen möchte, braucht aber zusätzliche Geräte

Rostock. In Teilen von Mecklenburg-Vorpommern beginnt ab 31. Mai ein neues Fernseh-Zeitalter: Die Großräume Rostock und Schwerin gehören zu 18 Ballungszentren in Deutschland, in denen das neue Antennen-Fernsehen DVB-T2 HD den Pilotbetrieb aufnimmt. Zuschauer müssen dafür aber neue Geräte kaufen.

Die neue Technik löst das alte DVB-T ab, das im Nordosten nie richtig Fuß fassen konnte. „MV war bisher Niemandsland“, sagt Reinhard Schwedt von der Landesmedienanstalt MV. Das soll sich nun ändern.

Bislang sind es nur rund 20000 Haushalte im Nordosten, die statt über Kabel oder Satellit ihr TV-Programm per Antenne empfangen. Bundesweit liegt der Anteil mit durchschnittlich zehn Prozent deutlich höher. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im Nordosten senden bisher nur die öffentlich-rechtlichen Programme per DVB-T, Privatsender wie RTL und ProSieben nicht.

Zum Pilotbetrieb in zwei Wochen, pünktlich vor der Fußball-EM, sollen nun Das Erste, ZDF, ProSieben, Sat1, RTL und Vox dabei sein. 2017 steigt die Zahl auf 40 Programme – im hochauflösendem HD-Standard. Das „Überallfernsehen“ kann auch mit dem PC oder Laptop empfangen werden. Offizieller Start ist im Frühjahr 2017, mit mehr Sende-Regionen als am Anfang. Das alte DVB-T wird kurz darauf abgeschaltet.

„Wir erwarten einen Ausbau unserer Reichweite in der Region“, sagt ein Sprecher der Kölner Firma Media Broadcast, die für die Verbreitung der Privatsender auf DVB-T2 HD zuständig ist. Gerade in ländlichen Regionen ohne Kabelanschluss gilt das digitale Antennen-Fernsehen als Alternative zur Satelliten-Schüssel.

Je nach Nähe zum Sendemast ist eine Zimmer-, Außen- oder Dachantenne nötig. Und noch einiges mehr: Nur wenige neue Fernseher sind bereits für den Standard ausgerüstet. Alle anderen Zuschauer, die die Technik nutzen wollen, müssen sich einen neuen Fernseher oder einen zusätzlichen Receiver kaufen. Die reichen, vorausgesetzt sie sind mit dem grünen DVB-T2 HD Logo versehen, für den Empfang der öffentlichen-rechtlichen Programme. Die Privatsender wollen nach einer Übergangsphase 2017 verschlüsselt senden. Für voraussichtlich fünf Euro monatlich lässt sich die Verschlüsselung von RTL und Co.

aufheben. Das können einige der Geräte erkennbar am freenetTV-Logo, für andere soll es spezielle Zusatz-Steckgeräte geben. Die Bezahlung soll über Gutschein mit Nummer erfolgen, ähnlich wie beim Prepaid-Handy. Laut Media Broadcast kosten geeignete Receiver bislang 80 bis 100 Euro. „Die Preise werden aber noch fallen“, sagt der Sprecher.

Mieter, die über ihre Betriebskosten einen Kabel-TV-Anschluss bezahlen, sparen bei einem Umstieg auf das neue Antennenfernsehen nichts. „Wenn der Kabelanschluss Teil der Betriebskosten ist, muss man zahlen, ob man ihn nutzt oder nicht“, sagt Wibke Werner vom Berliner Mieterverein. In der Hauptstadt ist dieses Problem schon aktuell, weil hier das alte DBV-T mehr Programme sendet.

Gerald Kleine Wördemann

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