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MV aktuell Halbe Million Schaden: Entsetzen nach Goldraub
Nachrichten MV aktuell Halbe Million Schaden: Entsetzen nach Goldraub
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03:57 16.07.2013
Blick auf den historischen Seefunk-Peilturm am Kap Arkona. Hier hat Schmuckdesigner Nils Peters sein Atelier. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Kap Arkona — Der Schmuckdesigner Nils Peters steht im ehemaligen Seefunk-Peilturm am Kap Arkona entsetzt vor den Trümmern seiner Ausstellung. Der Schaden durch den spektakulären Schmuckraub am vergangenen Wochenende im Norden der Insel Rügen (die OZ berichtete) ist wohl deutlich größer als bislang befürchtet. „Ich schätze, dass der Wert der Beute bei rund 500 000

Euro liegen wird“, sagt Peters. Bisher war die Polizei von „mehr als 100 000 Euro“ ausgegangen. Trotz intensiver Ermittlungen blieb die Beute — Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bernstein — bisher unauffindbar, erklärte eine Polizeisprecherin gestern in Stralsund.

Goldschmied Nils Peters ist noch immer fassungslos: Die Täter haben die Vitrinen zerschlagen, Panzerglas zum Zerbersten gebracht, Schlösser geknackt, auf allen Etagen im Turm eine Spur der Verwüstung hinterlassen. „Der ideelle Schaden ist gar nicht zu beziffern“, sagt der Schmuckdesigner. Auch Kreationen seines Vaters sind gestohlen worden, die erst kürzlich aus Neuseeland eingeflogen wurden. Außerdem sind Arbeiten der Rüganerin Sophia Hippe, einer jungen und talentierten Schmuckdesignerin, verschwunden.

Für Peters war der historische Peilturm in den vergangenen neun Jahren immer ein Ort des Friedens, der Kommunikation und Kreativität. In seinem Atelier unter der gläsernen Kuppel hat er nicht nur gearbeitet, sondern auch thematische Ausstellungen auf den darunter liegenden Ebenen organisiert.

„Wir sind alle geschockt“, sagt Sven Uerckwitz, der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft am Kap, die dem Künstler den Turm verpachtet hat. Das fünfstöckige Bauwerk werde jährlich von mehreren Zehntausend Gästen besucht, die die aktuelle Ausstellung sowie einen imposanten Ausblick auf die Umgebung aus der Glaskuppel erleben könnten. Nun sei der Turm vorerst gesperrt worden, man wolle ihn aber so bald wie möglich für Besucher wieder öffnen. Der Fall gibt auch Sven Uerckwitz Rätsel auf: „Der Turm war mit Alarmanlage und Kamera gesichert.“ Die Anlage habe auch angeschlagen und den Sicherheitsdienst alarmiert. Er selbst sei gegen 3.30 Uhr alarmiert worden. Die Diebe seien ein hohes Risiko eingegangen: Wenn der Sicherheitsdienst nur wenige Minuten eher dagewesen wäre, hätten die Einbrecher in der Falle sitzen können, da es nur eine Zufahrt zu dem Turmgelände gebe, das etwa 800 Meter vom Leuchtturm entfernt liegt.

Das hatten die Täter vermutlich auch so eingeschätzt. „Man kann sehen, dass sie sich immer mehr beeilt haben, je höher sie gekommen sind“, macht Nils Peters deutlich. So sei im Atelier unter der Glaskuppel nur eine Kasse aufgebrochen worden, ein Teil der Schmuckstücke oben sei liegen gelieben.

Trotz des Schadens, „für den hoffentlich die Versicherung aufkommt“, soll mit dem verbliebenen Schmuck eine neue Ausstellung gestaltet werden. Peters hofft, dass die gestohlenen Stücke sehr bald auffallen: „Es sind alles Unikate.“

5000 Euro Belohnung
Der Seefunk-Peilturm am Kap Arkona auf der Insel Rügen, in dem nun die Diebe zuschlugen, hat sich als internationales Ausstellungszentrum im Ostseeraum etabliert und lockt jährlich mehrere Zehntausend Besucher an. Der Turm ist auch mit Alarmtechnik ausgestattet.


Für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung des Schmucks aus dem historischen Gebäude und zur Ergreifung der Täter führen, hat Designer Nils Peters eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Hinweise an die Polizei unter ☎ 03 83 92 / 3070.

Winfried Wagner und Holger Vonberg

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