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Halloren-König will Grand Hotel

Heiligendamm Halloren-König will Grand Hotel

Berliner lassen Frist verstreichen: Das Land verhandelt mit neuen Interessenten.

Heiligendamm. Der Halloren-König greift nach dem Grand Hotel: Paul Morzynski (62), Wirtschaftsprüfer aus Hannover und Mehrheitsaktionär der traditionsreichen Halloren Schokoladenfabrik in Halle (Saale), will die insolvente Luxus- Herberge an der Ostsee kaufen. „Ja, wir sind wieder im Rennen“, bestätigte Morzynski gestern der OZ. Der Geschäftsmann ist bereits mit Partnern am Upstalsboom-Hotel in Kühlungsborn beteiligt und galt von Anfang an als einer der Favoriten für den Kauf des Grand Hotels. „Aber damals war die Berliner Käufer-Gruppe einfach schneller als wir“, sagte Morzynski.

Der Verkauf an das Konsortium bestehend aus der Palladio AG und der De&De Holding GmbH scheint aber endgültig gescheitert: Nicht nur dass die Staatsanwaltschaft Rostock gegen die Investoren wegen des Anfangsverdachts des „banden- und gewerbsmäßigen Betruges“ ermittelt, die Berliner ließen auch die Frist zur Zahlung des Kaufpreises in Höhe von rund 30 Millionen Euro verstreichen. „Das Geld hätte am Freitag auf meinem Konto sein müssen — ist es aber nicht“, sagte Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum am Abend. Nun bleiben den Berlinern noch 14 Tage „Nach-Frist“: Sollte auch bis zum 29.

Juli kein Geld bei ihm eingegangen sein, „erklären wir den Rücktritt vom Kaufvertrag.“ De&De und Palladio sollen vor dem Kauf des Hotels gefälschte Finanzierungsnachweise vorgelegt haben. Die Ermittlungen richten sich gegen sechs Beschuldigte — darunter ein Berliner Notar. Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte das Wirtschaftsministerium in Schwerin.

Um ihre Jobs brauchen die rund 240 Mitarbeiter des Hotels in Heiligendamm wohl dennoch nicht zu fürchten: Der Betrieb ging gestern normal weiter, hieß es aus dem Grand Hotel. „Wir haben mehr Interessenten denn je“, sagt auch der Insolvenzverwalter. Schokoladen-Fabrikant Morzynski ist einer der namhaftesten: „Wir sind seinerzeit aus den Verhandlungen ausgestiegen, haben aber nach wie vor großes Interesse.“ Morzynski, der mit seiner Familie oft in Heiligendamm Urlaub macht, weiter: „Das Grand Hotel reizt mich.“ Sollten die Berliner nicht zahlen, stünde er bereit.

Nach OZ-Informationen sollen zudem zwei Investoren aus der Region Rostock Interesse angemeldet haben. Einer von ihnen ist Per Harald Løkkevik, Investor der Yachthafen-Residenz Hohe Düne. Gegen Løkkevik wird wegen Subventionsbetruges ermittelt. „Wir beabsichtigen, ein Angebot abzugeben“, sagte sein Sprecher Stephan Clausen. Aus Kreisen der Gläubiger heißt es aber, der Norweger sei chancenlos.

 

 

Andreas Meyer

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