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Hanse Sail funkt SOS: Rostocks Stadthafen versandet

Rostock Hanse Sail funkt SOS: Rostocks Stadthafen versandet

Weil der Bund beim Unterhalt der Wasserstraßen sparen muss, gerät nun das größte Volksfest des Landes in Gefahr: „Der Rostocker Stadthafen versandet mehr und mehr“, ...

Rostock. Weil der Bund beim Unterhalt der Wasserstraßen sparen muss, gerät nun das größte Volksfest des Landes in Gefahr: „Der Rostocker Stadthafen versandet mehr und mehr“, warnt Holger Bellgardt, Chef der Rostocker Hanse Sail. Erste Traditionsschiffe könnten deshalb zu der Großveranstaltung mit rund einer Million Gästen nicht mehr in das Zentrum der Hansestadt anlaufen. „Der Stadthafen hat eine Soll-Tiefe von bis zu sieben Metern. An manchen Stellen ist er aber nicht mal mehr fünf Meter tief“, sagt auch der Leiter des Rostocker Hafenamtes, Gisbert Ruhnke.

Doch das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Stralsund lehnt das Ausbaggern des Stadthafens bisher ab — aus wirtschaftlichen Gründen.

Das erste „Opfer“ der wachsenden Sandbänke unter Wasser ist der historische Dampfeisbrecher „Stettin“: Seit 1991 nimmt das Schiff jedes Jahr an der Sail teil — mit einem festen Liegeplatz direkt im Stadthafen. „In diesem Jahr müssen wir aber in den Fischereihafen ausweichen. Das ist für uns ein Problem: Der Liegeplatz dort ist nicht attraktiv, das kostet uns Gäste und viel Geld“, klagt Kapitän Horst Matzkuhn. Das Problem: Die „Stettin“ hat bis zu 5,50 Meter Tiefgang. „Doch alles, was tiefer geht als fünf Meter, kriegen wir nicht mehr rein“, so Hafen-Kapitän Ruhnke.

Die ersten Probleme hatte es bereits 2015 geben: Damals hatte das WSA die Beschränkungen erlassen — ausgerechnet mitten während der Sail. Deren Chef Bellgardt fürchtet, dass bald nicht nur die „Stettin“ von einem Anlaufverbot für den Stadthafen betroffen sein könnte: „Noch vor zehn, 15 Jahren lagen auch die Großsegler ,Sedov‘ und ,Mir‘ im Stadthafen. Die müssen schon seit Jahren nach Warnemünde ausweichen.“ Er fordert vom Bund, dass er endlich den Stadthafen ausbaggert: „Wenn das nicht passiert, bekommen wir zunehmend Probleme, die Sail so wie gewohnt auszurichten. Und dann verlieren wir auch an Attraktivität. Das kann niemand wollen.“ Schließlich sei das Volksfest ein Aushängeschild — nicht nur für die Hansestadt, sondern für das ganze Bundesland.

„Der Bund hat den Stadthafen jahrelang vernachlässigt“, schimpft auch Ruhnke. Der Bereich der Warnow sei eine Bundeswasserstraße. Er könne sich aber nicht daran erinnern, dass der Bereich seit der Wende jemals ausgebaggert wurde. Dazu wird es vorerst wohl auch nicht kommen: Denn um im gesamten Stadthafen wieder Tiefgänge zwischen sechs und sieben Metern zu ermöglichen, müsste der Bund nach ersten Schätzungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes rund 1,3 Millionen Euro in die Hand nehmen. Diese Summe stehe aber in keinem Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen der Maßnahme: „Bisher ist nur ein einziges Schiff betroffen“, sagt Wolf Laule, stellvertretender Leiter des Stralsunder WSA. Und: „Wir könnten selbst für die gesamte Veranstaltung solche Kosten nicht rechtfertigen.“

Von Andreas Meyer

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