Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Hansestädte wollen Kreuzliner direkt in die Zentren locken
Nachrichten MV aktuell Hansestädte wollen Kreuzliner direkt in die Zentren locken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 17.05.2017
Rostock/Wismar

Mecklenburg- Vorpommern will das Kreuzfahrt- Land Nummer eins werden – und setzt dabei nicht mehr „nur“ auf die großen Ozeanriesen mit bis zu 6000 Passagieren in Warnemünde: Rostock, Wismar und Stralsund wollen in einem Projekt gemeinsam ausloten, wie sie verstärkt auch kleine Luxusliner, Mega-Yachten und Großsegler in ihre Innenstadt-Häfen locken können. Die Städte und auch der Tourismusverband MV (TMV) hoffen auf ein neues Millionen-Geschäft: „Exklusive Kreuzfahrer sind ein Mega-Trend in der Branche – und unsere Städte haben in diesem Bereich noch ein enormes Potenzial“, sagt etwa TMV-Geschäftsführer Bernd Fischer.

Mit mehr als 190 Anläufen in diesem Jahr ist Warnemünde schon jetzt der größte deutsche Kreuzfahrthafen. Doch Rostock will noch mehr: „Wir wollen kleinere Schiffe auch direkt in die City, in den Stadthafen holen“, sagt Andreas Schubert, der Leiter des gemeinsamen Kreuzfahrt-Projektes. Rostock will nun untersuchen, was dafür nötig ist. „Klar ist bereits, dass wir die Warnow ausbaggern müssen.

Aber damit ist es nicht getan: Im Stadthafen müsste zudem ein kleines Kreuzfahrt-Terminal her“, sagt Schubert. Die größte Stadt des Landes will damit den Stadthafen beleben, hofft auf eine neue und vor allem zahlungskräftige Gäste-Klientel. In der Vergangenheit hatten im Stadthafen schon mehrfach private Mega-Yachten festgemacht: „Diese Superreichen sind bisher vor allem im Mittelmeer unterwegs. Die Sicherheitslage dort könnte aber dazu führen, dass sie verstärkt in die Ostsee ausweichen“, so Schubert.

Auch Wismar hofft auf mehr Anläufe – und auf mehr Tagesgäste, die in der Altstadt einkaufen und essen: Elf Kreuzfahrtschiffe werden in diesem Jahr in der Welterbestadt erwartet. Mit 7500 Passagieren. „Die Thematik ,kleine Kreuzfahrer’ ist für uns absolut spannend. Für Wismar ist ,klein, aber fein’ nämlich genau richtig“, erklärt Veit Hürdler, Geschäftsführer des Columbus Cruise Centers in Wismar. Er ist überzeugt, dass sich die Hafenstädte im Land auch keine Konkurrenz machen würden: „Auf den exklusiven Schiffen sind viele Stammgäste unterwegs. Die wollen in einem Jahr Wismar sehen, im nächsten dann lieber Rostock oder Stralsund. Das ergänzt sich.“

Große Hoffnung in das gemeinsame Projekt, das die Europäische Union mit rund 2,2 Millionen Euro unterstützt, setzt auch Stralsund: 120 Anläufe zählt die Stadt am Sund pro Jahr – von Flusskreuzfahrern. 15000 Passagiere kommen so in die Stadt. „Hochseeschiffe machen aber selten fest – das wollen wir ändern“, sagt Sören Jurrat, Geschäftsführer des Seehafens. Er will vor allem mit der Nähe zur Altstadt punkten: „In Stralsund können die Schiffe nur 500 Meter vom Rathaus entfernt festmachen.“ Einziges Manko: Die Nord-Ansteuerung ist mit 4,5 Metern noch zu flach für Urlaubsdampfer.

Andreas Meyer

Mehr zum Thema

Chefredakteur Andreas Ebel im Interview über Anspruch und Perspektiven der OZ

13.05.2017

„Immer noch Mensch“ – neues Album des Pop-Poeten, mit dem er auf Tour geht

16.05.2017
Sport Grimmen Stralsund/Bergen/Grimmen/Ribnitz-Damgarten - Reparatur-Stau bei Sportstätten im Kreis

Sechs Sportstätten hat der Landkreis Vorpommern-Rügen in seiner Obhut. Der Sanierungsstau der Einrichtungen in Bergen, Grimmen, Ribnitz Damgarten, Velgast, Stralsund und Franzburg ist mit fast sechs Millionen Euro sehr groß. Jetzt wurde eine umfangreiche Bestandsaufnahme vorgelegt.

16.05.2017

Der Geflügelwirtschaftsverband sucht nach Auswegen

17.05.2017

Politikwissenschaftler der Universität Rostock haben gestern über Migration und Integration in Zeiten zunehmender Fluchtbewegungen diskutiert.

17.05.2017

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph nimmt Großküchen und andere Großversorger in die Pflicht

17.05.2017