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Hansestädte wollen Kreuzliner direkt in die Zentren locken

Rostock/Wismar Hansestädte wollen Kreuzliner direkt in die Zentren locken

Rostock plant Terminal im Stadthafen / Projekt mit Wismar und Stralsund

Rostock/Wismar. Mecklenburg- Vorpommern will das Kreuzfahrt- Land Nummer eins werden – und setzt dabei nicht mehr „nur“ auf die großen Ozeanriesen mit bis zu 6000 Passagieren in Warnemünde: Rostock, Wismar und Stralsund wollen in einem Projekt gemeinsam ausloten, wie sie verstärkt auch kleine Luxusliner, Mega-Yachten und Großsegler in ihre Innenstadt-Häfen locken können. Die Städte und auch der Tourismusverband MV (TMV) hoffen auf ein neues Millionen-Geschäft: „Exklusive Kreuzfahrer sind ein Mega-Trend in der Branche – und unsere Städte haben in diesem Bereich noch ein enormes Potenzial“, sagt etwa TMV-Geschäftsführer Bernd Fischer.

Mit mehr als 190 Anläufen in diesem Jahr ist Warnemünde schon jetzt der größte deutsche Kreuzfahrthafen. Doch Rostock will noch mehr: „Wir wollen kleinere Schiffe auch direkt in die City, in den Stadthafen holen“, sagt Andreas Schubert, der Leiter des gemeinsamen Kreuzfahrt-Projektes. Rostock will nun untersuchen, was dafür nötig ist. „Klar ist bereits, dass wir die Warnow ausbaggern müssen.

Aber damit ist es nicht getan: Im Stadthafen müsste zudem ein kleines Kreuzfahrt-Terminal her“, sagt Schubert. Die größte Stadt des Landes will damit den Stadthafen beleben, hofft auf eine neue und vor allem zahlungskräftige Gäste-Klientel. In der Vergangenheit hatten im Stadthafen schon mehrfach private Mega-Yachten festgemacht: „Diese Superreichen sind bisher vor allem im Mittelmeer unterwegs. Die Sicherheitslage dort könnte aber dazu führen, dass sie verstärkt in die Ostsee ausweichen“, so Schubert.

Auch Wismar hofft auf mehr Anläufe – und auf mehr Tagesgäste, die in der Altstadt einkaufen und essen: Elf Kreuzfahrtschiffe werden in diesem Jahr in der Welterbestadt erwartet. Mit 7500 Passagieren. „Die Thematik ,kleine Kreuzfahrer’ ist für uns absolut spannend. Für Wismar ist ,klein, aber fein’ nämlich genau richtig“, erklärt Veit Hürdler, Geschäftsführer des Columbus Cruise Centers in Wismar. Er ist überzeugt, dass sich die Hafenstädte im Land auch keine Konkurrenz machen würden: „Auf den exklusiven Schiffen sind viele Stammgäste unterwegs. Die wollen in einem Jahr Wismar sehen, im nächsten dann lieber Rostock oder Stralsund. Das ergänzt sich.“

Große Hoffnung in das gemeinsame Projekt, das die Europäische Union mit rund 2,2 Millionen Euro unterstützt, setzt auch Stralsund: 120 Anläufe zählt die Stadt am Sund pro Jahr – von Flusskreuzfahrern. 15000 Passagiere kommen so in die Stadt. „Hochseeschiffe machen aber selten fest – das wollen wir ändern“, sagt Sören Jurrat, Geschäftsführer des Seehafens. Er will vor allem mit der Nähe zur Altstadt punkten: „In Stralsund können die Schiffe nur 500 Meter vom Rathaus entfernt festmachen.“ Einziges Manko: Die Nord-Ansteuerung ist mit 4,5 Metern noch zu flach für Urlaubsdampfer.

Andreas Meyer

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