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MV aktuell Harald Ringstorff als großer Sozialdemokrat geehrt Der ehemalige Ministerpräsident von MV erhält morgen den Albert-Schulz-Preis.
Nachrichten MV aktuell Harald Ringstorff als großer Sozialdemokrat geehrt Der ehemalige Ministerpräsident von MV erhält morgen den Albert-Schulz-Preis.
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00:00 21.03.2013
Harald Ringstorff. Quelle: Jens Büttner
Rostock

Zwei Sozialdemokraten, die für Freiheit und Gerechtigkeit eingetreten sind und eintreten. Morgen wird die persönliche Beziehung zwischen ihnen noch enger werden: Die Albert-Schulz-Stiftung ehrt den 73-jährigen Harald Ringstorff in Rostock mit dem nach Albert Schulz benannten Preis. Er ist mit 5000 Euro dotiert.

„Es ist eine große Ehre für mich, damit in einer Reihe mit einem der führenden Sozialdemokraten im Norden zu stehen“, sagt Harald Ringstorff bewegt. Albert Schulz sei ein zutiefst aufrechter und mutiger Mann gewesen, der zeit seines Lebens gegen Unrecht aufgestanden ist — sowohl in der Nazi-Diktatur als auch später in der sowjetischen Besatzungszone. „Das, was er tat, war natürlich sehr viel gefährlicher als meine politischen Aktivitäten während des Umbruchs 1989 in Rostock und in der DDR“, erklärt Ringstorff. Er hatte in den 1960er Jahren an der Universität Rostock Chemie studiert, legte dort 1969 seine Promotion ab. Bis 1990 arbeitete er in Rostock beim VEB Kombinat Schiffbau sowie beim VEB Kombinat Lacke und Farben. Von März bis Oktober 1990 gehörte Ringstorff der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an. Von 1990 bis 2011 war er Mitglied des Landtags von MV, von 1990 bis 1994 sowie von 1996 bis 1998 Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Vor 24 Jahren gehörte Ringstorff zu den Gründungsmitgliedern der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP). „Ja, wir hatten damals bei unseren Veranstaltungen und den Demonstrationen gegen die SED-Macht oft ein mulmiges Gefühl, ob und wie Stasi und Polizei gegen uns vorgehen“, erzählt Ringstorff.

Lebensbedrohliche Gefahren jedoch, denen sich Albert Schulz ganz bewusst immer wieder gestellt hatte, habe er nicht zu fürchten gehabt. Sowohl die Gestapo als auch der sowjetische Geheimdienst NKWD hatten Schulz verhaftet und verhört. „Es ist bewundernswert, wie er trotz der Bedrohung durch die Nazis die Kontakte innerhalb der SPD aufrechterhalten und zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 aufgebaut hat“, berichtet Ringstorff. Die Gestapo habe ihm nichts nachweisen können.

Nach dem Sieg der Alliierten 1945 sei Albert Schulz davon überzeugt gewesen, dass nun eine neue demokratische Zeit beginnen würde, sagt Harald Ringstorff. Schulz wurde Mitglied der SED, die die Einheit der Arbeiterklasse herstellen wollte. „Er musste rasch seine Grenzen erkennen.“ Die Sowjetische Militäradministration setzte ihn als Rostocker Oberbürgermeister ein. 1947 jedoch hatte der NKWD Schulz ohne Angabe von Gründen verhaftet. In einem Schauprozess wurde er als „Faschist“ zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nur vier Monate später — erneut ohne Begründung — kam er frei, konnte sogar wieder als Oberbürgermeister arbeiten.

Sicher fühlen durfte sich Albert Schulz aber auch dann nicht, betont Ringstorff. Es war seine Geradlinigkeit, die ihn erneut in Lebensgefahr brachte. Weil er Anweisungen aus Berlin, die nicht im Interesse der Stadt waren, nicht umsetzen wollte, trat Schulz im Sommer 1949 als Oberbürgermeister zurück. Als er aus der SED ausgeschlossen wurde, rechnete er mit seiner Verhaftung. Da sah Albert Schulz nur eine Möglichkeit: Er floh mit seiner Familie nach Hamburg. Im Westen engagierte er sich weiter in der SPD.

Dort schloss sich der Kreis für Albert Schulz. „Sein Sohn Peter Schulz war von 1971 bis 1974 Erster Bürgermeister von Hamburg“, sagt Ringstorff. Er, der Mecklenburger, fühle sich dem Mecklenburger Albert Schulz eng verbunden.

Albert-Schulz-Preis
Die Albert-Schulz-Stiftung in Rostock vergibt seit 2004 den mit 5000 Euro dotierten Albert-Schulz-Preis an Menschen, deren Leistungen den Idealen und Lebensmaximen des Sozialdemokraten Albert Schulz besonders nahekommen. Schulz wurde am 11. Oktober 1895 in Rostock geboren, war dort von 1946 bis 1949 Oberbürgermeister. Er starb am 26. Juli 1974 in Hamburg. Der Preis wurde bislang vier Mal vergeben.

Die Preisträger 2005: Rosemarie Wilcken, Wismarer Bürgermeisterin, und Fred Ibold, Bürgermeister von Tessin.

2007: Kinderarzt Prof. Ingo Richter, Mitbegründer der SPD nach 1989 in Rostock.

2009: Jürgen Kanehl, Ex-Bürgermeister von Wolgast, und die Initiative „Endstation Rechts“.

2011: Harald Ruschel, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender der Wadan Werft in Rostock- Warnemünde.

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Lotto am Mittwoch:

5 - 10 - 17 - 24 - 35 - 37

Zusatzzahl: 4; Superzahl: 7

Spiel 77: 0628614

Super 6: 922237

Ziehungsergebnis Keno

und plus5 vom 20. März

1, 2, 6, 11, 13, 14, 17, 20, 24, 25,

29, 35, 38

21.03.2013
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