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MV aktuell Heftige Kritik an Energiepolitik des Landes
Nachrichten MV aktuell Heftige Kritik an Energiepolitik des Landes
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01:24 16.03.2015
Warnemünder Windkraftgipfel: Nikolai Ziegler („Vernunftkraft“), Andree Iffländer („WindEnergy Network“), Detlef Ahlborn („Vernunftkraft“), Moderator Andreas Ebel (OZ-Chefredakteur), Norbert Schumacher („Freier Horizont“) und Christian Pegel (Energieminister MV, v. l.). Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock — Energieminister Christian Pegelhatte es nicht leicht: Der weitere Ausbau der Windenergie sei dringend notwendig, sagte er am Samstag beim ersten Windkraftgipfel in Warnemünde. Alles andere gefährde den kontinuierlichen Fortschritt in der Technologie. „Wenn wir jetzt aufhören, gibt es einen Fadenabriss in allen Entwicklungen.“

Mit dieser Meinung sorgte er für einen Sturm der Entrüstung: Einen Stopp des Ausbaus forderte der „Freier Horizont“-Vorsitzende Norbert Schumacher, der das Forum organisiert hatte.

Bei einem komplexen Thema wie der Energiewende müsse es im gesellschaftlichen Interesse liegen, dass die Einwohner mitgenommen werden. Es sei an der Zeit zu fragen, ob der heutige Stand der Windenergie nicht ausreiche. Es sei das erste Mal in der Landesgeschichte, dass sich eine breite Opposition formiere, um Regierungsplänen Widerstand entgegenzusetzen.

Ein Schwerpunkt der von OZ-Chefredakteur Andreas Ebel moderierten Diskussion war die Gefährdung des Tourismus: „Wir müssen den freien Blick auf die Ostsee haben, sonst sind wir erledigt“, sagte Kühlungsborns Bürgermeister Rainer Karl (parteilos).

Der Vorsitzende der bundesweiten Vereinigung von Windkraftkritikern „Vernunftkraft“, Nikolai Ziegler, kritisierte die hohen Subventionen für die Windkraftindustrie. Durch sie entstehe keine Wertschöpfung für Land und Bürger, vielmehr würden nur Subventionen abgeschöpft. Auf diese Weise würden Milliarden vernichtet.

Vor dem Ausbau der Windkraft müsse die Effizienz der bestehenden Kraftwerke verbessert werden, forderte der stellvertretende Vorsitzende von „Vernunftkraft“, Detlef Ahlborn.

Dies sei technisch möglich. Zudem sei es höchst problematisch, wenn Strom aus regenerativen Energiequellen zu „Negativpreisen“ verklappt werde, da keine Abnehmer da seien. Grund dafür sei, dass die notwendigen Speichertechnologien nicht vorhanden seien. Die Gegner warnten zudem vor gesundheitlichen Schäden und Gefahren für den Vogelzug.

Gegenwind gab es vom Vorsitzenden des Windenergie-Netzwerks MV, Andree Iffländer: „Wie soll das Gemeinwohl künftig finanziert werden, vom Tourismus kann das Land nicht leben. Wir sind ein Niedriglohnland.“ Die Energiewende sei ein Generationenprojekt, die Ausbaustrategie auf das Jahr 2050 ausgelegt. Er sicherte zu, dass von den Windkraftanlagen keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten seien. Alle gesetzlich festgelegten Richtwerte würden eingehalten.

Minister Pegel verwies auf rund 20000 Arbeitsplätze in der Windenergie in MV. „Und das mit einem Durchschnittsverdienst zwischen 30 000 und 35 000 Euro. Das ist weit über dem Landesdurchschnitt.“ Antje Bernstein/Joachim Mangler



OZ

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